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Niedersachsen „Megathemen“ Energieeffizienz und Elektromobilität
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Megathemen“ Energieeffizienz und Elektromobilität
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13:47 12.03.2011
Oliver Frese ist der Planungschef der Deutschen Messe AG.
Oliver Frese ist der Planungschef der Deutschen Messe AG. Quelle: dpa
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Vom 4. bis zum 8. April wird die niedersächsische Landeshauptstadt wieder zum Treffpunkt von Ingenieuren und Technik-Managern aus aller Welt. Einen besonderen Blick richten die Macher in diesem Jahr auf Energieeffizienz und Elektromobilität. „Das sind und bleiben Megathemen der Zukunft, die wir stark besetzen“, sagte der Planungschef der Deutschen Messe AG, Oliver Frese, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Veranstalter wollen aber auch in klassischen Bereichen wie Robotik und Energieerzeugung punkten. Über 6000 Aussteller haben sich bisher für die 13 Einzelmessen angemeldet.

Die Hannover Messe ist neben der CeBIT eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr. Womit wollen Sie das Fachpublikum locken?

Frese: „Als Mutter aller Messen bildet die Hannover Messe die Kerntechnologien und Dienstleistungen in der industriellen Produktion ab. Wir sind mittlerweile die weltgrößte Messe für Energietechnik, die Zulieferindustrie sowie den Forschungs- und Entwicklungssektor. Mit einem ähnlichen Profil hatten wir 2009 über 200.000 Besucher auf dem Gelände. Die erwarten wir diesmal auch, davon mehr als 90 Prozent Fachbesucher. Über 6000 Aussteller haben zugesagt. Man merkt deutlich, dass die Stimmung in der Wirtschaft sehr gut ist und viele Firmen in neue Technologien, Produkte und Verfahren investieren. Wir rechnen deshalb mit der besten Hannover Messe seit zehn Jahren.“

Liegt nicht eine Gefahr darin, zu viel auf einmal anzubieten?

Frese: „So groß die Querschnittsthemen innerhalb der Hannover Messe sind, so sehr versuchen wir, das übrige Programm von ihr zu trennen. Kern bleibt die Industriefertigung. Angebote wie die Logistikmesse CeMAT, die bis 2002 Bestandteil war, koppeln wir aus, wenn sie sich selbst tragen. Die Hannover Messe war immer auch Geburtshelfer für weitere Veranstaltungen. Das war schon 1985 bei der CeBIT so.“

Welche übergreifenden Trends haben Sie diesmal aufgegriffen?

Frese: „Elektromobilität ist eines der Themen, die man flächendeckend über die Messe verteilt findet. Da geht es beispielsweise um Leichtbau wie neue Fahrzeug-Chassis, aber auch um Antriebstechnologien für E-Mobile. Speichertechnologien sind ebenfalls ein großes Thema, damit beschäftigt sich die Leitmesse MobiliTec. Wir bilden im Rahmen der Messe die gesamte Wertschöpfungskette für die Fragestellungen der Elektromobilität ab.“

Sind auch Autohersteller dabei?

Frese: „Die Hannover Messe ist keine Autoausstellung und soll es auch nicht werden. Wir zeigen Technologien in unterschiedlichen Gebieten. Dies ist für Autobauer interessant, aber ebenso für umweltfreundliche Antriebe bei anderen mobilen Maschinen wie Gabelstaplern, Hightech- Lastenaufzügen und vielem mehr. Zur MobiliTec kommt auch eine ganze Reihe von Batteriespezialisten. Die Mobilität der Zukunft wird anders aussehen - nicht nur bei Vier-, auch bei Zweirädern wie E-Bikes.“

Auch Erzeuger erneuerbarer Energien sind vertreten. Womit genau?

Frese: „Im Rahmen unserer Leitmesse Wind haben wir die Weltmarktführer im Windkraftanlagenbau dabei. Wie sich die Technik konventioneller Kraftwerke verbessert, spielt aber ebenfalls eine große Rolle. Zudem gibt ein Forum, in dem Vertreter aus der Wind-, Solar- und Bioenergie sowie Geothermie aktuelle Trends diskutieren.“

Was verbirgt sich hinter dem Programmpunkt „Metropolitan Solutions“?

Frese: „Seit Jahren werden auf der Hannover Messe Entwicklungen zu den Themen Automation, Leichtbautechnologien und Energie vorgestellt. Als Lösung für die Probleme von Mega-Cities wurden sie bisher aber selten präsentiert. Im Rahmen von „Metropolitan Solutions“ wollen wir Fragen beantworten wie: Wie versorgt man Mega-Cities mit Wasser und Strom? Wie können Gebäude-, Energie- und Verkehrstechnik intelligent zusammenspielen? Wir zeigen Leuchtturmprojekte etwa aus Singapur, London, Moskau, Dallas, Bangalore und Kuala Lumpur. Die Weltbank, die Europäische Investitionsbank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau beteiligen sich als Finanziers großer Entwicklungsprojekte.“

Sie verantworten die Hannover Messe 2011 zum ersten Mal als oberster Planer. Was ist besonders reizvoll an der neuen Aufgabe?

Frese: „Wir sind überzeugt, dass es weltweit keine Veranstaltung gibt, die solche Impulse setzen kann - in Wirtschaft und Politik. Das sieht man auch daran, dass der Premier des Partnerlands Frankreich, François Fillon, die Messe mit der Bundeskanzlerin eröffnen wird. Wir müssen die Themen der Zukunft in Europa gemeinsam weiterentwickeln.“

dpa