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Niedersachsen Mehr Geld für Kampf gegen Fachkräftemangel
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Mehr Geld für Kampf gegen Fachkräftemangel
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11:24 30.08.2014
Von Jens Heitmann
Niedersachsen will gegen den Fachkräftemangel ankämpfen.
Niedersachsen will gegen den Fachkräftemangel ankämpfen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Für die kommenden drei Jahre verdreifache sich das Budget auf 2,5 Millionen Euro, sagte NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt am Freitag in Hannover: „Die Demografieagentur hat sich zum Leuchtturm mit bundesweiter Strahlkraft entwickelt.“

Die Tarifpartner haben die Agentur vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Sie soll insbesondere kleinen und mittleren Firmen dabei helfen, sich auf den demografischen Wandel einzustellen. Dass die zunehmende Alterung der Belegschaften die Betriebe vor Probleme stelle, sei inzwischen bei den Inhabern angekommen, sagte der neue Geschäftsführer Lutz Stratmann. „Es gibt keine Erkenntnisdefizite mehr, aber es fehlt oft an praktischer Hilfe.“ Der frühere Wissenschaftsminister tritt an die Stelle von Edmund Schulz, der wieder in die Wirtschaft wechselt.

Nach Berechnungen der Landesregierung schrumpft die Zahl der Erwerbstätigen in Niedersachsen bis 2030 um 670.000 auf rund 3,2 Millionen. Gleichzeitig wäre dann jeder dritte Beschäftigte älter als 50 Jahre. Schon heute tun sich die Unternehmen vielfach schwer, genug und ausreichend qualifizierte Auszubildende zu finden. Zuletzt hat auch das Handwerk eine Initiative zur Nachwuchsförderung angeschoben.

Das Budget der Demografieagentur speist sich aus drei Quellen. Das meiste Geld stammt aus dem Europäischen Sozialfonds für das Projekt „Unternehmenswert: Mensch“. Es richtet sich an Betriebe mit höchstens 250 Mitarbeitern; die Erstberatung ist gratis – in der Folgen müssen die Firmen nur 20 Prozent der Kosten tragen. Zum Zweiten haben sich Arbeitgeber und die IG BCE darauf verständigt, je zur Hälfte für die Beratung der 120 Unternehmen der Kautschukbranche aufzukommen. Drittens übernehmen die niedersächsischen Metallarbeitgeber die Beratungsleistungen für ihre rund 300 Mitgliedsfirmen komplett. Etwa die Hälfte des Budgets der Agentur ist den Angaben zufolge nötig, um die Personalkosten zu decken.

Für die Agentur sei es ein großer Vorteil, dass sie von beiden Tarifparteien getragen werde, sagte Stratmann. Beratungsunternehmen schlage in den Betrieben oft Misstrauen vonseiten der Arbeitnehmervertreter entgegen – für das eigene Angebot gelte das nicht: „Das ist die Basis für den Erfolg.“ Mit Blick auf die Verlängerung der Lebensarbeitszeit  müssten sich schließlich auch die Mitarbeiter der Frage stellen, wie sie künftig ihre Berufsfähigkeit erhalten könnten.

Die Demografieagentur habe nicht die Aufgabe, Blaupausen für ganze Branchen zu entwerfen, sagte DGB-Chef Hartmut Tölle. Es gehe zunächst um individuelle Lösungen für die einzelnen Betriebe – wenn sich bestimmte Bausteine auch auf andere Firmen übertragen ließen, sei das natürlich zu begrüßen. „Es sollen möglichst viele Rädchen ineinandergreifen“, sagt Metall-Hauptgeschäftsführer Schmidt.

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