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Niedersachsen Mehr Geld oder Freizeit? IG BCE fordert Wahlmöglichkeit für Beschäftigte
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Mehr Geld oder Freizeit? IG BCE fordert Wahlmöglichkeit für Beschäftigte

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00:22 21.06.2019
„Wir gehen die großen Herausforderungen moderner Industriegesellschaften an“: IG-BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski stellt Mitgliedern die Forderungsempfehlung der Gewerkschaft für die Chemie-Tarifrunde vor. Quelle: Christian Burkert
Hannover

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) verzichtet in der neuen Tarifrunde für die 580.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharmabranche auf eine fixe Lohnforderung. Stattdessen sollen die Mitarbeiter künftig selbst entscheiden können, ob sie lieber mehr Geld oder mehr Freizeit haben möchten. Zudem will die Gewerkschaft eine von der Arbeitgeberseite finanzierte tarifliche Pflegezusatzversicherung durchsetzen – es wäre die erste bundesweit. Außerdem soll es eine Qualifizierungsoffensive geben, um die Beschäftigten für den digitalen Wandel fit zu machen.

„Wir gehen in dieser Tarifrunde die großen Herausforderungen moderner Industriegesellschaften an: Arbeitsbelastung, Digitalisierung, Demografie“, sagte Verhandlungsführer und IG-BCE-Vize Ralf Sikorski am Dienstag in Hannover. Natürlich erwarte die Gewerkschaft auch eine „reale Erhöhung der Entgelte“ – daneben strebe man jedoch ein „persönliches Zukunftskonto“ von jährlich 1000 Euro an, das jeder Beschäftigte individuell nutzen könne: zur Umwandelung in freie Tage oder zum Ansparen für längere Auszeiten in der Zukunft.

Henkel bietet die Blaupause

Die Blaupause für die Pflegezusatzversicherung ist eine entsprechende Vereinbarung mit Henkel aus dem Herbst 2018: Der Konsumgüterkonzern zahlt seither die Prämien für seine Beschäftigten, die diese Vorsorge somit nichts kostet.

Der Arbeitgeberverband BAVC sieht kaum Spielraum für eine Lohnerhöhung. Die IG BCE verkenne die Lage der Branche, erklärte Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. Für dieses Jahr rechnet die Chemiebranche mit einem Rückgang der Produktion von 3,5 Prozent und einem Umsatzminus von 2,5 Prozent. „Die Konjunktur steht kräftig auf der Bremse – tariflich können wir dann nicht aufs Gaspedal treten.”

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