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Niedersachsen Mehr als 7000 Ausbildungsplätze unbesetzt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Mehr als 7000 Ausbildungsplätze unbesetzt
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16:05 02.04.2015
Foto: Schüler der KGS aus den 9. und 10. Klassen der Realschule installieren am 30.09.2014 in Neustadt am Rübenberge in einem Klassenraum für Mechatronik Kabel an einer Schalteinheit.
Schüler der KGS aus den 9. und 10. Klassen der Realschule installieren am 30.09.2014 in Neustadt am Rübenberge in einem Klassenraum für Mechatronik Kabel an einer Schalteinheit.  Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Den niedersächsischen Unternehmen mangelt es zunehmend an geeigneten Bewerbern für einen Ausbildungsplatz. Nach einer Umfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK) blieben bei 20.000 Ausbildungsbetrieben mindestens 7000 Stellen unbesetzt. „Bereits jedes dritte Unternehmen meldet, nicht alle Lehrstellen besetzen zu können; das ist der schlechteste Wert seit Umfragebeginn im Jahr 2008“, erklärte am Donnerstag Volker Linde, der NIHK-Sprecher für Berufliche Bildung. Im Vorjahr habe der Anteil noch bei gut einem Fünftel gelegen.

Pro Betrieb blieben diesmal im Schnitt 1,1 Plätze, erklärte Linde am Donnerstag. An der Umfrage hatten sich 950 niedersächsische Unternehmen beteiligt. Insgesamt gaben mit 65 Prozent der befragten Unternehmen mit Besetzungsproblemen immerhin acht Prozent weniger Betriebe als im Vorjahr an, dass geeignete Bewerber fehlten; 24 Prozent gaben an, dass bereits vergebene Plätze nicht angetreten wurden - eine Zunahme um 7 Prozentpunkte. Rund 92 Prozent der befragten Betriebe wiesen auf Mängel in der Ausbildungsreife hin. Auch leistungsschwächere Bewerber müssten daher verstärkt in den Ausbildungsmarkt integriert werden, fordert die NIHK.

Linde: „Insbesondere bei der Leistungsbereitschaft der jungen Leute, dem mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen und der Disziplin sehen die Betriebe Nachholbedarf.“ Zur Unterstützung der jungen Menschen bieten knapp 40 Prozent der Betriebe eigene Nachhilfe an - eine Zunahme um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die NIHK deutete auch auf große regionale Unterschiede hin: Im Bezirk der IHK Lüneburg-Wolfsburg etwa hätten 40 Prozent der Ausbildungsbetriebe angegeben, dass sie nicht alle Plätze besetzen konnten.

Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen kritisierten unklare Berufsvorstellungen der Bewerber (77 Prozent, Vorjahr: 50 Prozent); sie wiesen aber auch darauf hin, dass die Jugendlichen offenbar ihre größeren Spielräume nutzten und sich häufiger für Konkurrenten oder andere Bildungswege entschieden (26 Prozent, plus 7 Prozentpunkte).

dpa

02.04.2015
30.03.2015