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Niedersachsen Merkel sieht Hoffnungsschimmer auf Hannover Messe
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Merkel sieht Hoffnungsschimmer auf Hannover Messe
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21:13 20.04.2009
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Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Hannover Messe. Quelle: David Hecker/ddp
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„Vielleicht ist die Hannover Messe ein kleines Signal, dass wir langsam am Tiefpunkt angekommen sind“, sagte Merkel am Montag auf der Industriemesse. Auch die deutschen Maschinenbauer sehen nach drastischen Auftragsrückgängen erste Hoffnungsschimmer. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte jedoch vor verfrühtem Optimismus: „Nichts spricht gegenwärtig für eine rasche Erholung – weder in Deutschland noch anderswo“, betonte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel.

Merkel wies darauf hin, dass trotz der Konjunkturkrise viele Unternehmen die Messe als Chance nutzten, um sich und ihre Innovationen zu präsentieren. Die Unternehmen wollten gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. „Das ist auch das Klima, das ich hier spüre.“

Ähnlich äußerte sich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA): „Wir rechnen ab Jahresmitte mit dem Ende der bisherigen Talfahrt bei den Auftragseingängen“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind die Bestellungen der Maschinenbauer gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch um 45 Prozent gesunken. Spätestens von Mai an sei mit niedrigeren Minusraten „in der gesamten Breite des Maschinenbaus zu rechnen, erklärte Hesse – stellte aber auch klar: „Wir gehen nicht davon aus, dass es eine Blitzerholung geben kann.“ Der VDMA erwartet, dass die Produktion der Branche in diesem Jahr um 10 bis 20 Prozent zurückgehen werde und in der Stammbelegschaft bis zu 25.000 Arbeitsplätze wegfielen. Derzeit arbeiteten etwa 100.000 Beschäftigte von Maschinenbaufirmen kurz.

Die Hannover Messe hat am Montag ihre Pforten für Besucher geöffnet. Trotz der Krise nutzen 6150 Aussteller aus mehr als 60 Ländern die fünftägige größte Industriemesse der Welt und zeigen innovative Lösungen und Produkte.

BDI-Präsident Keitel kann noch keine Trendwende bei der Konjunktur erkennen: „Ich glaube nicht, dass wir die Talsohle in den nächsten ein bis zwei Monaten erreichen“, sagte er. Der Industrieverband wagte keine Konjunkturprognose für 2009. „Der ökonomische Mainstream prognostiziert einen Rückgang der diesjährigen deutschen Wirtschaftsleistung um vier bis fünf Prozent“, erläuterte Keitel. Dies sei plausibel.

Keitel ist dennoch gegen ein drittes Konjunkturprogramm. Die bisherigen Konjunkturpakete reichten aus. Die Grenzen einer vertretbaren Verschuldung seien überall längst erreicht. „Es ist eine Illusion zu glauben, der Staat könne die Krise wegfinanzieren.“ Man müsse Geduld haben „und abwarten, bis die Programme wirken“. Probleme bereitet nach Keitels Angaben vielen Firmen die Finanzierung: Große strukturierte Kredite mit längerer Laufzeit seien zurzeit „so gut wie nicht erhältlich“.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz beriet am Montag mit Managern von 30 Dax-Unternehmen über die Rettung von Jobs in der Wirtschaftskrise. Dabei ging es auch um eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes um weitere sechs auf dann 24 Monate. Über konkrete Ergebnisse des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt.

von Hannah Suppa und Dirk Stelzl

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