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Niedersachsen Messe geht im 
Ausland neue Wege
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Messe geht im 
Ausland neue Wege
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20:08 25.11.2009
Von Helmuth Klausing
Lange konzentrierte sich die Deutsche Messe auf Veranstaltungen in Schanghai – hier der Branchentreff für Antriebstechnik PTC Asia in diesem Jahr. Quelle: afp
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Es ist noch keine zwei Jahre her, dass die Hannoveraner ihre Auslandsaktivitäten in einem eigenen Vorstandsressort gebündelt haben, doch in dieser Zeit hat Auslandschef Andreas Gruchow bereits 14 neue Messen auf die Beine gestellt und zehn weitere in Planung. Vor seinem Antritt, so sagen Insider, seien die Aktivitäten jenseits von Hannover „eher zufallsgetrieben“ behandelt worden.

Gruchow legt einen klaren Schwerpunkt seiner Arbeit auf Asien und da vor allem auf China. „Dort ist unsere mit 60 Mitarbeitern größte und auch profitabelste Auslandsgesellschaft – dicht gefolgt von der Türkei“, sagte Gruchow gestern und gab eine Übernahme im Reich der Mitte bekannt: Mit der FA/PA werden die Deutschen im kommenden Mai erstmals eine Messe für Fabrik- und Prozessautomation in Peking veranstalten. Der dortige Branchenverband, der die Messe zwölf Jahre lang selbst organisiert hat, habe bei den Hannoveranern angefragt, ob daran Interesse bestünde.

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Gruchow passte das ins Konzept, obwohl die FA/PA mit 400 Ausstellern und 5000 erwarteten Besuchern eine kleine Nischenveranstaltung wird. Für Gruchow ist es aber die Chance, in dem Riesenland abseits von Schanghai in neuen Märkten Fuß zu fassen und neben den großen Veranstaltungen mit internationalem und landesweitem Publikum auch Regionalmessen in China zu etablieren.

Unter anderem organisieren Gruchows Leute in der Stadt Chengdu bereits eine hochprofitable Automesse; eine weitere neue Messe befasst sich mit Werbung – für die Hannoveraner ein neues Thema. In Asien sei man an der Expansion in weitere Länder interessiert. So werde noch in diesem Jahr ein neues Projekt in Indien unterschriftsreif, sagte Gruchow. Auch weitere Länder habe man im Blick, für Details sei es aber zu früh.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Messe in Tokio eine Tochtergesellschaft mit vier Mitarbeitern gegründet. Bisher war sie in Japan nur mit einer Art „freiem Handelsvertreter“ vor Ort. Es sei wichtig gewesen, die Niederlassung aufzuwerten, um bei den Unternehmen des Landes besser wahrgenommen zu werden, erläuterte Gruchow. Deshalb könne der dortige Leiter jetzt als „Chief Executive Officer“ der Tochtergesellschaft auftreten, zudem sei man umgezogen. Auch die Adresse sei in Japan sehr wichtig, sagte Gruchow. Er erhofft sich nun einen besseren Zugang zu großen Konzernen, die er als Aussteller vor allem für Hannover gewinnen will.

Und für den südamerikanischen Kontinent plant Gruchow mit der „Bits“ in Brasilien eine Messe für die ITK-Industrie. Den bekannten Namen „CeBIT“ habe man nicht gewählt, um bewusst zwischen der regionalen und der internationalen Messe zu unterscheiden.