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Niedersachsen Metaller vor Warnstreiks in Niedersachsen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Metaller vor Warnstreiks in Niedersachsen
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21:42 20.04.2012
Von Lars Ruzic
Foto: Zwischen den Arbeitgebern und Gewerkschaft bahnt sich ein Tarifstreit an.
Zwischen den Arbeitgebern und Gewerkschaft bahnt sich ein Tarifstreit an. Quelle: dpa
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Hannover

Wie schon in den anderen Bezirken, blieb am Freitag auch in Hannover die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die mehr als 80.000 Beschäftigten der Branche in Niedersachsen, die Arbeitgeber boten gestern 3 Prozent mehr bei einer Laufzeit von 14 Monaten. Das sei immerhin „das höchste Angebot seit vielen Jahren“, sagte NiedersachsenMetall-Präsident Wolfgang Niemsch.

Für IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine war das gleichwohl „mickrig“. Die Offerte „provoziert vielmehr Warnstreiks“, so der Bezirksleiter. Die Friedenspflicht endet in der Nacht vom 28. auf 29. April. Danach werde es zu Warnstreiks kommen, kündigte die Gewerkschaft an. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 9. Mai anberaumt. Einen Tag zuvor werden IG Metall und Volkswagen ihre Gespräche über den Haustarif des Autobauers beginnen. Für die mehr als 100.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken fordert die Gewerkschaft ebenfalls 6,5 Prozent mehr.

Die Parallelität der Ereignisse kommt der IG Metall nicht ungelegen. Mit den VW-Beschäftigten an ihrer Seite lässt sich in Niedersachsen in dieser Tarifrunde wesentlich mehr Druck auf die Straße bringen als üblich. Gemeinsame Aktionen von Flächentarif- und VW-Beschäftigten gelten bereits als ausgemacht, falls die Tarifrunde weiter eskaliert.

Die Knackpunkte liegen diesmal im Wesentlichen außerhalb finanzieller Fragen. Die IG Metall fordert eine unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und ein Mitspracherecht ihrer Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern in den Unternehmen. Beides lehnt die Arbeitgeberseite ab, weil es die betriebliche Flexibilität einschränke. NiedersachsenMetall fordert im Gegenteil mehr Möglichkeiten, auf Auslastungsschwankungen zu reagieren. So soll die Quote der Beschäftigten steigen, die im Bedarfsfall 40 Stunden in der Woche arbeiten dürfen.

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