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Niedersachsen Metro schließt Schaper-Zentrale
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Metro schließt Schaper-Zentrale
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11:36 19.06.2010
Von Lars Ruzic
Quelle: Uwe Dillenberg
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Der Wirtschaftsstandort Hannover verliert eines seiner traditionsreichsten Handelsunternehmen. Der Metro-Konzern schließt die Zentrale der Tochter C+C Schaper am alten Flughafen und überträgt die Führung zum Jahreswechsel auf die eigene Großhandelssparte Metro Cash&Carry. Von der auf Hotels, Gaststätten und Caterer spezialisierten Tochter bleibt nur die Marke mit ihren 60 Großmärkten bestehen, mehr als 100 Beschäftigte in der Zentrale verlieren ihre Jobs. „Gemeinsam werden wir einen soliden Sozialplan erarbeiten, um die Folgen so gut wie möglich abzumildern“, sagte Schaper-Chef Victor Hucke am Freitag.

Das Unternehmen geht auf Adolf Schaper zurück, der 1879 in Hannover eine Handlung für Landesprodukte und Mühlenfabrikate gründete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Schaper schnell zum umsatzstärksten Kolonialwarenhändler Hannovers und startete 1959 das Großhandelsgeschäft. Auch die Supermarktketten Real (gegründet 1967)und Extra (1973) gehen auf das Unternehmen zurück. 1987 wird Schaper von Asko geschluckt, bevor der Konzern seinerseits 1996 in die Metro-Gruppe integriert wird.

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Die Zusammenführung der Verwaltung unter dem Metro-Dach soll die Effizienz steigern und Kosten senken. Schon heute arbeiteten beide Unternehmen etwa beim Einkauf eng zusammen, sagte eine Sprecherin. Künftig soll das Kundenmanagement enger aufeinander abgestimmt werden, sagte der Chef von Metro Cash&Carry Deutschland, John Rix. „Damit können wir große nationale Kunden wie Hotelketten und Systemgastronomie effizienter betreuen.“ Gleichzeitig solle die Identität von Schaper bestmöglich erhalten werden, so gebe es weiterhin zwei Vertriebsorganisationen. Zusammen kommen beide Marken auf mehr als 115 Großmärkte bundesweit.

Für die Beschäftigten in den Läden ändert sich durch die Umstrukturierung nichts. Für die Betroffenen in Hannover wird ein Sozialplan ausgearbeitet, die Verhandlungen sollen noch im Juni beginnen. Metro spricht davon, den Abbau „so sozialverträglich wie möglich“ gestalten zu wollen. So sollen etwa frei werdende Jobs in der Düsseldorfer Metro-Zentrale vorrangig mit Hannoveranern besetzt werden. Für derartige Angebote finden sich erfahrungsgemäß wenige Interessenten. „Für alle Mitarbeiter, denen wir keine Perspektive bieten können, werden wir eine sozialverträgliche Lösung finden“, sagte Schaper-Chef Hucke. Die Details seien nun Gegenstand der Verhandlungen.