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Niedersachsen Milch-Weltmarkt unter Druck
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Milch-Weltmarkt unter Druck
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08:55 17.05.2012
Derzeit schwappen riesige Milchmengen auf die globalen Märkte. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die weltweit steigende Milchmenge setzt viele deutsche Milchbauern zunehmend unter Preisdruck. Von einer ernsten Marktkrise wie in den Jahren 2008/2009 könne man derzeit zwar nicht sprechen, sagte der Vizechef des niedersächsischen Bauernverbands, Heinz Korte, der Nachrichtenagentur dpa. „Damals hatten wir eine Weltwirtschaftskrise mit einem massiven Einbruch der Nachfrage nach Milchprodukten.“ Zugleich mahnte der Vorsitzende des Milchausschusses im Landvolkverband jedoch zur genauen Beobachtung der Lage.

„Ausgelöst durch die guten Preise 2011 ist die globale Erzeugung so sehr gestiegen, dass wir zu Beginn dieses Jahres in eine Überschuss-Situation hineingelaufen sind“, erklärte Korte. Nicht nur aus Deutschland, auch aus Frankreich oder Neuseeland schwappten aktuell riesige Milchmengen auf die globalen Märkte. „Parallel dazu ist aber auch die Nachfrage leicht steigend“, betonte er.

Das unterscheide die jetzige Lage von dem Preisverfall 2009, als für ein Kilogramm Milch zeitweise weniger als 20 Cent zu erlösen waren und sich große Bestände an Butter und Milchpulver aufstauten. „Vor allem beim Käse fließt die Menge weiter reibungslos ab.“

Die Branche müsse lernen, angesichts liberalisierter Agrarmärkte mit Marktschwankungen zurechtzukommen, meinte Korte, der selbst Milchviehhalter ist: „Letztes Jahr haben wir vom Export profitiert. Dieses Jahr sieht es eher so aus, dass es zu unserem Nachteil ausgehen könnte. Wir setzen dennoch darauf, dass die Weltnachfrage nach Milch langfristig steigen wird. Wir sind weiter konkurrenzfähig, die Investitionsbereitschaft auf vielen Höfen ist hoch.“

Um die Position von Milchbauern und kleineren Molkereien gegenüber der Einkaufsmacht des Lebensmittelhandels zu verbessern, schlug Korte mehr Zusammenschlüsse von Landwirten zu Erzeugergemeinschaften vor - allerdings nur dort, wo es noch keine Genossenschaftsmolkereien gibt.

Von der Schaffung neuer Gremien in Verhandlungen mit Großabnehmern „als Selbstzweck“ hält er dagegen nichts. Dass das Bundeskartellamt die Preispolitik des Handels beim Milcheinkauf genauer untersucht, sei ein wichtiger Schritt. „Was aber störend und ärgerlich ist: wenn während laufender Gespräche einzelne Landwirte sagen, dass die Milchpreise angeblich schon so stark unter Druck geraten sind. Das befördert nicht gerade die Verhandlungsposition unserer Molkereien.“ 

dpa

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