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Niedersachsen Milliarden-Garantien für Nord/LB?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Milliarden-Garantien für Nord/LB?
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10:41 17.11.2011
Die Nord/LB soll ihr Kapital aufstocken, ohne dass die Eigner weiteres Geld bereitstellen.
Die Nord/LB soll ihr Kapital aufstocken, ohne dass die Eigner weiteres Geld bereitstellen. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Die Norddeutsche Landesbank braucht mehr „hartes“ Kapital. Frisches Geld von den Trägern soll es zwar nicht geben, aber dennoch kommt das Land Niedersachsen offenbar nicht ganz ungeschoren davon: Zu dem Maßnahmenbündel, das sich derzeit im Abstimmungsprozess befindet, könnten auch neue Bürgschaften des Landes im Milliardenumfang gehören.

Die Beteiligten hüllen sich jedoch in Schweigen. „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den Trägern“, hieß es bei der Nord/LB lediglich. Auch das Finanzministerium in Hannover gab sich zugeknöpft: „Es finden ständige, routinemäßige Gespräche zwischen den Trägern statt. Gegenstand dieser Gespräche sind auch Maßnahmen zur Stärkung der Bank.“

Die Bank hatte bereits Ende Oktober berichtet, dass sie aufgrund der Beschlüsse des Brüsseler Euro-Gipfels bis Mitte 2012 ihr sogenanntes hartes Kernkapital um weitere 660 Millionen Euro stärken muss. Damit soll die Vorgabe erreicht werden, dass die Risikoaktiva der Bank, also vor allem die Forderungen aus Kreditgeschäften, mit 9 Prozent hartem Kernkapital unterlegt sein müssen.

Wie am Mittwoch zu erfahren war, dürfte die genannte Summe jedoch nicht ausreichen. Die europäische Bankenaufsicht (EBA) hatte in den vergangenen Tagen angeblich zusätzliche Informationen angefordert, um den Kapitalbedarf der größten Banken Europas zu ermitteln. Bis Ende des Monats will die Behörde nach Aussage ihres Chef Andrea Enria die Ergebnisse veröffentlichen.

Bei der Nord/LB ist ein Paket aus mehreren Elementen im Gespräch, wie das nötige Kapital ohne die von allen Beteiligten ausgeschlossene Zufuhr von frischem Geld gelingen kann. Dazu gehört dem Vernehmen nach auch ein Abbau der Risikoaktiva mithilfe von Bürgschaften der Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Geplant ist demnach, dass für einen Teil der von der Nord/LB vergebenen Kredite die beiden Bundesländer Bürgschaften übernehmen sollen. Dies würde die Kernkapitalquote ohne einen Euro an zusätzlichem Kapital in die Höhe treiben.

Allerdings wäre damit auch ein höheres Haftungsrisiko für die beiden Anteilseigner verbunden. Das Finanzministerium in Magdeburg hatte einen Bericht der „Magdeburger Volksstimme“ bestätigt, dass allein Sachsen-Anhalt den Bürgschaftsrahmen um 500 Millionen Euro ausweiten soll. Da Niedersachsens Beteiligung an der Bank fünfmal so groß ist, würde dies bei einer proportionalen Aufteilung auf beide Länder zusätzliche Bürgschaften von 2,5 Milliarden Euro bedeuten.

Nächste Woche wollen sich die Eigner der Bank, neben den beiden Bundesländern die Sparkassen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, treffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass die Ratingagentur Moody's einige der Landesbanken abgestuft hat. Darunter neben der BayernLB, der LBBW und der Bremer Landesbank auch die Nord/LB.

mit sta/dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.