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Niedersachsen Weil rügt mangelnde Bereitschaft zur Kritik bei VW
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Weil rügt mangelnde Bereitschaft zur Kritik bei VW
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20:57 29.10.2015
„Laut warnen“: VW-Aufsichtsrat Stephan Weil. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover/Wolfsburg

„Was wir bei VW sehr schmerzlich feststellen, ist, dass die Bereitschaft, rechtzeitig auch dann auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen, wenn man sie nicht persönlich zu verantworten hat, nicht ausreichend entwickelt ist.“ Der SPD-Politiker forderte: „Man muss von jedem Mitarbeiter erwarten, laut zu sagen: Ich mache nicht mit bei Gesetzesverstößen. Ich warne laut und deutlich vor Fehlentwicklungen. Ich betrachte mich als mündiges Mitglied dieser Organisation.“ Nach Angaben von Insidern herrschte im VW-Konzern ein geradezu militärisches Führungsprinzip. Der „Spiegel“ umschrieb das Klima unter dem im Abgas-Skandal zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn als „Nordkorea minus Arbeitslager“.

Erste Weichen für einen neuen Kurs sieht Weil mit dem beschlossenen Konzernumbau gestellt. Marken und Regionen sollen mehr Eigenverantwortlichkeit erhalten. Winterkorn-Nachfolger Matthias Müller hatte in einer Rede vor Topmanagern jüngst nicht mit Kritik am Vorgänger gespart. Weil fand für Winterkorn auch lobende Worte. Es sei sein Verdienst, VW groß gemacht zu haben. Niedersachsen habe unter Winterkorns Ägide 40 000 neue Jobs gewonnen.

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die in dem Skandal um manipulierte Abgaswerte ermittelt, hat mindestens fünf VW-Mitarbeiter im Fokus, wie die Deutsche Presse-Agentur nach eigenen Angaben aus „sicheren Quellen“ erfuhr.Auch Namen lägen vor, sie würden aber aus juristischen Gründen nicht veröffentlicht. Ein Sprecher der Anklagebehörde wollte sich dazu nicht äußern.

US-Markt bleibt interessant: VW will wie geplant insgesamt 900 Millionen Dollar (820 Millionen Euro) in einen mittelgroßen Stadtgeländewagen (SUV) für den amerikanischen Markt investieren. Volkswagen bestätige damit sein „Engagement in Nordamerika und das Vertrauen in die hiesige Mannschaft“, wird VW-US-Chef Michael Horn zitiert.

dpa

Heiko Randermann 01.11.2015
Heiko Randermann 29.10.2015