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Niedersachsen Wormland an Münchner verkauft
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wormland an Münchner verkauft
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00:19 15.05.2015
Von Lars Ruzic
Ein Modehaus aus München hat den hannoverschen Herrenausstatter Wormland übernehmen. Quelle: Behrens (Archiv)
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Hannover

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Verkäufer ist die gemeinnützige Theo-Wormland-Stiftung, die der Firmengründer ein Jahr vor seinem Tod 1983 gegründet hatte.

Wormland erwirtschaftete zuletzt in 15 Filialen auf einer Verkaufsfläche von gut 13 600 Quadratmetern 80 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen zählt 465 Mitarbeiter, rund 70 davon allein in der hannoverschen Verwaltung. Wormland-Häuser finden sich in der Regel in Bestlagen der Großstädte und pflegen eine modisch-avantgardistische Attitüde. Der Flagship-Store von Wormland in Hannover misst insgesamt rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche.

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Das 1939 gegründete Haus zwischen Karmarsch- und Großer Packhofstraße bildet bis heute die Zentrale des Herrenausstatters. Die Fassade zur Großen Packhofstraße steht unter Denkmalschutz. Alles andere wurde erst im Sommer 2011 nach Plänen des Stuttgarter Architektur- und Designbüros Blocher Blocher Partners vollständig umgebaut – von der komplett erneuerten Innenausstattung bis zur Fassade gegenüber dem Kröpcke-Center an der Karmarschstraße.

Für das Münchner Handelshaus Ludwig Beck verdoppelt sich mit der Wormland-Übernahme der Jahresumsatz nahezu auf 180 Millionen Euro. Die Hannoveraner verfügten in ihrem Segment „über hohe Kompetenz, herausragendes Ansehen und eine bedeutende Marktstellung“, begründeten die Münchner die Übernahme. Davon konnten sie sich stets aus erster Hand informieren. Am Marienplatz findet sich die Wormland-Filiale schräg gegenüber dem eigenen Haus. Ludwig Beck sieht den Zukauf zudem als Ergänzung. Das Traditionshaus ist eher auf Damenmode, Kosmetik und Tonträger spezialisiert. Über Details des Fusionsprozesses – etwa die Frage, ob die Wormland-Zentrale in Hannover bleibt – schwieg sich das Unternehmen Dienstag aus.

Der Firmengründer Theo Wormland legte den Grundstein für sein Unternehmen zwar in Hannover, später muss es ihn jedoch nach München gezogen haben. Seine gewaltige Kunstsammlung mit Bildern unter anderem von Magritte, Dali und Picasso hat er der Pinakothek der Moderne überlassen, wo sie heute als größte Schenkung der letzten 50 Jahre zum Kernbestand zählt. Wormlands Stiftung dient ausschließlich der Förderung der bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie von Altenpflegeeinrichtungen im Freistaat.

Albrecht Scheuermann 12.05.2015
11.05.2015