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Niedersachsen Neue Gleise für Güterzüge gesucht
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Neue Gleise für Güterzüge gesucht
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10:59 11.10.2011
Neue Gleise für den Güterverkehr in Niedersachsen werden benötigt. Quelle: dpa
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Hannover

Seit Jahren laufen Planungen für eine neue Bahnstrecke von Hannover Richtung Hamburg und Bremen. Die Bahn will nun Klarheit, ob die sogenannte Y-Trasse oder der Ausbau bestehender Strecken der beste Weg für den wachsenden Güterverkehr ist. Die Nachrichtenagentur dpa beantwortet wichtige Fragen rund um das Bahnprojekt:

Über welche Strecken fahren die Güterzüge aus den norddeutschen Häfen bisher Richtung Süden? Ein Großteil der Züge fährt von Hamburg über Lüneburg-Celle Richtung Lehrte, von Hamburg über Bremen Richtung Osnabrück sowie von Bremen nach Hannover.

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Welche Alternativen gibt es zur Y-Trasse? Die bisherigen Strecken können auf drei bis vier Gleise ausgebaut sowie die Strecken Rotenburg-Verden und Nienburg-Minden um ein zweites Gleis ergänzt werden. Auch eine zweigleisige Elektrifizierung der Heidebahn von Hannover Richtung Hamburg wäre denkbar.

Was ist der Nachteil eines Ausbaus bestehender Strecken? Die Verkehrs- und Lärmbelastung dort wird weiter steigen, für neue Gleise sind Einschnitte in Natur und Städte erforderlich, ein Widerstand in betroffenen Orten ist vorprogrammiert. Während der jahrelangen Arbeiten sind Umleitungen auf andere Strecken mit Behinderungen und Fahrplaneinschränkungen nötig.

Wartet die Bahn bis zu einer Entscheidung über Neubau oder Ausbau tatenlos ab? Nein, zwischen Hamburg und Lüneburg wird derzeit bereits ein drittes Gleis verlegt, ein Sofortprogramm beinhaltet Ausbauten in Bremen und Uelzen. Baurecht hat die Bahn bereits für die zweigleisige Erweiterung von Uelzen nach Stendal, sie ermöglicht von Hamburg kommenden Zügen eine Fahrt über Magdeburg nach Süden.

Was passiert, wenn die Planungen sich ohne klare Entscheidung weiter in die Länge ziehen? Die Güterzüge werden auf den zunehmend überlasteten Strecken nur noch langsam vorankommen, da sie noch öfter als bisher auf Nebengleisen stoppen müssen, um schnellere Personenzüge durchzulassen oder schlicht im Stau stehen. Mittelfristig schadet das der Wettbewerbsfähigkeit der Häfen.

dpa