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Niedersachsen Neue Hoffnung für die Siag Nordseewerke
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06:15 18.10.2012
Von Alexander Dahl
Mitarbeiter machen mit einem Sarg mit der Aufschrift „Emden Nordseewerke" am Montag vor der Staatskanzlei Hannover auf ihre Lage aufmerksam.
Mitarbeiter machen mit einem Sarg mit der Aufschrift „Emden Nordseewerke" am Montag vor der Staatskanzlei Hannover auf ihre Lage aufmerksam. Quelle: dpa
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Hannover

Landesregierung, Betriebsrat, Unternehmensleitung, die Emder Stadtspitze und die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) einigten sich nach einer 90-minütigen Unterredung am Montag darauf, die Gespräche mit Auftraggebern und möglichen Investoren zu intensivieren und sich am kommenden Freitag im Wirtschaftsministerium erneut zu treffen. „Die beste Lösung wäre, die Insolvenz abzuwenden“, betonte Ministerpräsident David McAllister am Montag nach dem Treffen. Bis dahin seien aber noch „Hausaufgaben zu erledigen“, erklärte der CDU-Politiker in einer kurzen Ansprache vor etwa 450 Arbeitern der Nordseewerke, die mit elf Bussen zum Verhandlungsort, der Staatskanzlei, angereist waren.

McAllisters Worte deuten darauf hin, dass das Land nun doch eine Pleite des Unternehmens mit 700 Beschäftigten verhindern will. Noch in der vergangenen Woche hatte die Landesregierung sich geweigert, Kreditgarantien für die Nordseewerke zu verlängern. Anlass war ein Gutachten von der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PWC), das dem Unternehmen eine fehlende Zukunftsperspektive bescheinigt hatte.

Für das von der Pleite bedrohte Emder Unternehmen Siag Nordseewerke gibt es seit Montagabend wieder einen Lichtblick: Landesregierung, Betriebsrat, Unternehmensleitung, die Emder Stadtspitze und die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) einigten sich darauf, sich am kommenden Freitag im Wirtschaftsministerium erneut zu treffen.

Bernd Bornemann, Emder Oberbürgermeister, widersprach dem PWC-Gutachten am Montag scharf. „Es gibt zwei sehr interessierte Investoren und sechs bis sieben, die auch Interesse haben“, sagte er der HAZ. Das Land müsse Mittel bereitstellen, um die Investorensuche ohne Insolvenz abschließen zu können. Der Vorsitzende des Betriebsrates der Nordseewerke, Erwin Heinks, sagte, man brauche die Bürgschaften des Landes, um den Erfolg am Offshore-Windenergiemarkt zu sichern. „100 Windmühlen gibt es bereits in Nord- und Ostsee; aber 21.000 sollen gebaut werden. Da können wir uns nicht verabschieden, wenn der Markt in Gang kommt“, sagte Heinks. Die Nordseewerke bauen die stählernen Fundamente, mit denen die Windräder im Meeresgrund verankert werden.

Die demonstrierenden Arbeiter vor der Staatskanzlei waren sichtlich aufgebracht nach Hannover gefahren. „Wir machen doch keine Lollies, sondern die Fundamente der Energiewende“ und „Milliarden für Griechenland. Wo bleiben wir?“ stand auf vielen Plakaten. Mitglieder der IG-Metall Emden stellten aus Protest einen schwarzen Sarg mit der Aufschrift Nordseewerke vor die Staatskanzlei. „Warum war das Gespräch nicht eher möglich? So geht man nicht miteinander um, das muss ein Ende haben“, beklagte der Spitzenkandidat der SPD zur Landtagswahl, Stephan Weil, in einer kurzen Ansprache. Auch viele andere Spitzenpolitiker der SPD, darunter Doris Schröder-Köpf, Vizelandeschef Olaf Lies und Fraktionschef Stefan Schostok, waren gekommen.

Maßgebend für die Gespräche am Freitag wird vermutlich die Haltung der Nord/LB als geldgebendes Kreditinstitut sein. Bankchef Gunter Dunkel war gestern beim Spitzentreffen anwesend. Er wird auch in der Runde am kommenden Freitag dabei sein. Die Emder Arbeiter kommen ebenfalls wieder. „Damit unsere Jobs gerettet werden“, sagte einer.

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