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Niedersachsen Alarmzeichen auf Rot: Niedersachsens Wirtschaft warnt vor Abschwung
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Niedersachsen Wirtschaft warnt vor Abschwung: Alarmzeichen auf Rot

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13:19 12.07.2019
Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit. Im ersten Halbjahr wurden knapp 1,9 Millionen Autos exportiert und damit rund 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Quelle: Sarbach/dpa
Hannover

Noch wächst die Wirtschaft in Deutschland leicht, doch die Zeichen stehen offenbar auf Abschwung. Die Aufträge in der Industrie gehen zurück, in Niedersachsen alleine im Mai um durchschnittlich fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch Gewinne der Unternehmen sinken. Niedersachsens Wirtschaft warnt vor einer weiteren Talfahrt und einer wachsenden Arbeitslosigkeit. Die Arbeitgeber sehen die Schuld auch bei der Politik in Bund und Land.

Konjunkturell harter Winter wird erwartet

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt, sprach von einer „massiven Verunsicherung“ in weiten Teilen der Industrie. „Es mehren sich die Stimmen, dass wir vor einem konjunkturell sehr harten Winter stehen. Das wird auch deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen“, sagte Schmidt der HAZ. „Unterm Strich sind wir noch nicht in der Rezession, aber das wirtschaftliche Wachstum geht massiv zurück“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Volker Müller, der HAZ. „Die Alarmsignale sind so groß, dass wir uns jetzt Abenteuer nicht mehr leisten können.“

Aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium hieß es dagegen, dass die Wirtschaft sich trotz der rückläufigen Auftragseingänge wegen der stabilen Binnenkonjunktur weiter auf Wachstumskurs befinde. Vor allem der Konsum und der Bauboom stützten derzeit die Konjunktur, ließ Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) mitteilen.

Bestellungen aus dem Ausland sinken deutlich

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik hat Niedersachsens Industrie im Mai einen deutlichen Rückgang bei den Auftragseingängen zu verzeichnen. Grund seien die um 11 Prozent gesunkenen Bestellungen aus dem Ausland. Den deutlichsten Rückgang um 15 Prozent hätten die Metallerzeuger und -bearbeiter zu verzeichnen. Auch die Autobauer und ihre Zulieferer (minus 9), der Maschinenbau (minus 7) und die chemische Industrie (minus 5) mussten danach Rückgänge hinnehmen.

Die Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen (IHKN) hatten bereits im Frühjahr davor gewarnt, dass Niedersachsens Wirtschaft weiter an Fahrt verliere, nach dem der Index für das Konjunkturklima zum fünften Mal in Folge gefallen war. Nur nur noch 33 Prozent der knapp 2000 befragten Unternehmen hätten die Geschäftslage im ersten Quartal 2019 als gut bewertet – gegenüber 38 Prozent im Vorquartal. Für die Abkühlung seien unter anderem Brexitchaos und Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, Europa und China verantwortlich.

Arbeitgeber: Politik schadet Wettbewerbsfähigkeit

Auch UVN-Chef Müller warf vor allem der Bundesregierung schwere Fehler in der Wirtschaftspolitik vor. „Wir müssen zusehen, dass wir endlich unsere Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Griff bekommen“, forderte Müller. Für nicht konjunkturelle Ausgaben wie eine Grundrente sei kein Spielraum. „Ohne Rücksicht auf die Psychologie der Wirtschaft wird Politik gemacht“, sagte Metallarbeitgeber-Chef Schmidt. Das gelte etwa für das unbedachte Vorgehen der EU gegen die Autoindustrie und das Zerreden der Dieseltechnologie in Deutschland. Dazu kommt der unüberlegte Kohleausstieg und eine völlig verkorkste Energiewende.

Von Marco Seng

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