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Niedersachsen Jeder siebte Patient kommt einfach nicht
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08:20 10.07.2014
Foto: Patienten im Wartezimmer eines Arztes.
Patienten im Wartezimmer eines Arztes. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Hartmannbundes unter rund 7200 Fach- und Hausärzten, auf die allerdings nur 8 Prozent der Praxen geantwortet haben. Mit Sorge beobachteten die Mediziner, dass Patienten zunehmend gleich bei mehreren Kollegen der gleichen Fachrichtung einen Termin vereinbarten und dann nicht einhielten, sagte der Landesvorsitzende Bernd Lücke am Mittwoch in Hannover. „Das Problem wird nicht kleiner, sondern kontinuierlich größer.“

Mit der Umfrage reagiert der Hartmannbund auf Bestrebungen in der Politik, sogenannte Terminvergabestellen entweder bei den Kassenärztlichen Vereinigungen oder den Krankenkassen einzurichten. Sollte der Vorschlag Gesetz werden, hat der Deutsche Ärztetag bereits eine Ausfallentschädigung für die Ärzte gefordert, wenn die Patienten ihre Termine nicht einhalten. Dieses Anliegen sei berechtigt, sagte Lücke. „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen.“

Lieber wäre es dem Hartmannbund allerdings, wenn alles beim Alten bliebe. Nach Lückes Einschätzung halten sich die Wartezeiten bei Behandlungsterminen in engen Grenzen: „Die Beschwerdequote der Patienten liegt nur bei einem Prozent.“ Auch eine zentrale Terminvergabestelle könne nichts daran ändern, dass die geburtenstarken Jahrgänge allmählich in das Alter mit mehr Krankheiten kämen, sagte Lücke. Da die Zahl der Ärzte nicht so stark wachse wie der Bedarf, müssten auch die Patienten ein Interesse daran haben, vereinbarte Termine einzuhalten – so ließen sich unnötige Wartezeiten für andere vermeiden. Hier seien auch die Kassen in der Pflicht, ihre Mitglieder entsprechend aufzuklären, sagte Lücke.

Die Krankenkassen wiesen die Forderung zurück. Die Ärzte wollten nur von dem eigentlichen Problem zu langer Wartezeiten ablenken. „Ein gewisses Maß an Flexibilität gehört zum selbstverständlichen und kalkulierten Ablauf in einer Praxis“, sagte Ersatzkassen-Verbandschef Jörg Niemann. Auch bei kurzfristigen Absagen sollte daher kein Leerlauf entstehen, hieß es bei der AOK.

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