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Niedersachsen Niedersachsens Industrie steht vor Entlassungswelle
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Niedersachsens Industrie steht vor Entlassungswelle
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22:31 13.05.2009
Von Lars Ruzic
Quelle: Michael Urban/ddp
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Das habe die Frühjahrsumfrage unter den 600 Mitgliedsfirmen ergeben. „Und ich sehe nicht, wo diese Besserung so schnell noch herkommen soll.“ Zwar sei der freie Fall bei den Auftragseingängen gestoppt, „doch jetzt dümpelt das Geschäft auf sehr niedrigem Niveau“. Bei der überwiegenden Zahl der Unternehmen reiche der Auftragsbestand gerade noch für drei Monate.

In der Metall- und Kautschukindustrie, die beide stark von der Autobranche abhängig sind, sei die Kapazitätsauslastung „noch nie so niedrig“ gewesen, bei mehr als jedem vierten Unternehmen liege sie sogar unter 50 Prozent.

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Viele Firmen hätten bislang noch am Personal festgehalten – aus Angst vor Fachkräftemangel, wenn es wieder aufwärts geht, und weil die flexiblen Kurzarbeitsangebote der Bundesregierung das möglich machten. Obwohl der Staat immer größere Anteile des Personalaufwands trage, blieben die Firmen jedoch auf anderen Fixkosten sitzen, die sie sich auf Dauer nicht leisten könnten.

Schmidt plädierte dafür, sich mit flexibleren Transfergesellschaften für den Personalabbau zu wappnen. Den Betroffenen, die in die Umschulungseinheit wechseln müssen, sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, anschließend wieder zum alten Arbeitgeber zurückzukehren, so der Hauptgeschäftsführer. Bislang verbietet dies das Sozialgesetzbuch.

Den Unternehmen mangele es zunehmend schlicht am Geld, um die laufenden Kosten zu tragen, berichtete Schmidt. „Wenn keine Aufträge da sind, fehlen anschließend die Umsätze – und damit die Liquidität“, sagte er. Bei einer steigenden Zahl zeichne sich ein ernsthafter Engpass ab. „Das dürfte in den kommenden Wochen und Monaten das drängendste Problem werden“, so der Verhandlungsführer der Metallarbeitgeber. Er forderte von der Politik ein „Notprogramm Liquiditätssicherung“, das seiner Ansicht nach die Stundung von Ertragsteuerzahlungen und Sozialversicherungsbeiträgen umfassen sollte.

Von den Banken könnten viele Unternehmer derzeit keine Unterstützung erwarten. Fast jeder zweite Befragte in Niedersachsen berichtete in der Umfrage davon, Kredite entweder überhaupt nicht oder nur zu deutlich verschlechterten Bedingungen zu erhalten. Vor allem verlangten die Geldinstitute exorbitante Sicherheiten, die nur die wenigsten Betriebe bieten könnten.

Stefan Winter 12.05.2009
Lars Ruzic 12.05.2009