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Niedersachsen Unwetter verhagelt VGH-Bilanz
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Unwetter verhagelt VGH-Bilanz
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19:02 04.04.2014
Von Dirk Stelzl
Das Unwetter Ende Juli 2013 gilt als bisher größtes Hagelereignis in der 264-jährigen Geschichte des Regionalversicherers..
Das Unwetter Ende Juli 2013 gilt als bisher größtes Hagelereignis in der 264-jährigen Geschichte des Regionalversicherers.. Quelle: dpa
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Hannover

Hannover. Die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) ist im vorigen Jahr gewachsen – hohe Unwetterschäden etwa durch den Hagelsturm im Juli haben jedoch das Ergebnis belastet. So musste die Landschaftliche Brandkasse, das Kernunternehmen der VGH-Gruppe, 856 Millionen Euro für Schäden aufbringen. Dies waren etwa 120 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, in dem die Schäden bereits ein Rekordniveau erreicht hatten. Bei der Autoversicherung könnte es zum Jahresende zu Preiserhöhungen kommen – dies hänge aber von der Schadenentwicklung ab, erklärte Vorstandsmitglied Jochen Herdecke am Freitag bei der Bilanzvorlage.

Rückblick: Ein Unwetter hat in der Region Hannover Ende Juli schwere Schäden angerichtet. Besonders schlimm betroffen waren Lehrte und Sehnde.

„Nie zuvor haben wir so viel für unsere Kunden geleistet“, sagte VGH-Chef Hermann Kasten. Besonders zu schaffen machte dem regionalen Marktführer der Hagelsturm „Andreas“ mit rund 27.700 Gebäude- und Kfz-Schäden sowie Kosten für die VGH von 99 Millionen Euro. Hinzu kamen die Orkane „Christian“ im Oktober und „Xaver“ im Dezember, aber auch einige Großbrände. Die Ausgaben für Wohngebäudeschäden erhöhten sich um fast 40 Prozent. Aus der Kfz-Teilkaskoversicherung erhielten Kunden nahezu 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Unternehmen wolle über die hohen Kosten durch Unwetterschäden nicht klagen, sagte Kasten. „Das ist unser Geschäftsauftrag. Dafür zahlen unsere Kunden ihre Beiträge.“ Der Gewinn vor Steuern ging bei der Brandkasse jedoch von 36,5 auf 24,2 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2009 – einem außergewöhnlich guten Jahr – hatte der Bruttoüberschuss bei rund 100 Millionen Euro gelegen. Um die Belastungen besser wegstecken zu können, löste der Versicherer nach Kastens Angaben auch Rücklagen in Höhe von 20 Millionen Euro auf. Mit ihren Kapitalanlagen erwirtschaftete die Brandkasse einen Ertrag von 91 Millionen Euro. Die Nettoverzinsung lag bei 3,4 Prozent, nach 3,7 Prozent im Vorjahr.

Die gesamten Beitragseinnahmen der VGH-Gruppe mit ihren verschiedenen Versicherern stiegen um 3,2 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro. Die VGH habe in den wichtigen Sparten ihren Marktanteil ausgebaut, hieß es. Die Brandkasse erreichte bei den Beitragseinnahmen ein Plus von über 5 Prozent. Im Kfz-Geschäft betrug das Wachstum mehr als 9 Prozent, nicht zuletzt wegen Prämienerhöhungen. In diesem Geschäftsbereich sei der „Switch zu einem positiven Ergebnis“ noch nicht gelungen, sagte Herdecke. Ende des Jahres könnten die Preise „zwischen null und 3 Prozent“ steigen, je nach Höhe der Schäden. Um bessere Ergebnisse zu erzielen, will das Unternehmen bei Wohngebäudeversicherungen höhere Preise durchsetzen – allerdings nicht durch Erhöhungen bei bestehenden Versicherungen. Vielmehr will man Kunden neue Versicherungen mit mehr Leistungen – etwa beim Nässeschutz – schmackhaft machen, die auch etwas mehr kosten.

Bei der Provinzial Lebensversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um knapp 3 Prozent auf 736 Millionen Euro. Kräftig legten dabei Rentenversicherungen gegen Einmalbeiträge zu. Der Bruttoüberschuss der Lebensversicherungstochter erhöhte sich von 106 auf 113 Millionen Euro. Die Nettoverzinsung bei den Kapitalanlagen lag bei 4,5 Prozent. Die Provinzial Krankenversicherung erhöhte die Beitragseinnahmen um knapp ein Prozent auf 58,4 Millionen Euro. Die VGH beschäftigt rund 2500 Mitarbeiter. Sie hat zugesagt, bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

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