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Niedersachsen Niedersächsiche Firmen schaffen mehr feste Jobs
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Niedersächsiche Firmen schaffen mehr feste Jobs
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22:58 20.04.2011
Von Lars Ruzic
Firmen schaffen mehr feste Jobs.
Firmen schaffen mehr feste Jobs. Quelle: dpa
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Die glänzende Geschäftslage schlägt sich bei immer mehr niedersächsischen Unternehmen in steigendem Personal- und Investitionsbedarf nieder. Nach der Frühjahrsumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern planen 30 Prozent aller Firmen, in den kommenden Monaten neue Mitarbeiter einzustellen. „Viele denken inzwischen daran, die Belegschaft dauerhaft zu erhöhen“, berichtete Wilfried Prewo, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, die die Umfrage organisiert. Die anfangs favorisierte Zeitarbeit gerate zunehmend in den Hintergrund.

Der Kostenfaktor Personal spiele in den Unternehmen ohnehin keine ausschlaggebende Rolle mehr, so Prewo. Auf einer Frage nach den größten Risiken für die Unternehmen rangierten die Arbeitskosten erst auf Rang fünf – übrigens direkt nach dem Fachkräftemangel, den die Unternehmen inzwischen als größeres Problem einstufen. Mit Abstand an der Spitze liegen die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise.

Ohnehin habe Deutschland bei den Lohnkosten pro produzierter Einheit in den vergangenen Jahren seine Position zu nahezu allen europäischen Nachbarn verbessert. Daran änderten auch die aktuellen Tarifrunden in diversen Branchen nichts. „Dass jetzt die Löhne steigen, ist verständlich“, so Prewo. Ein „extremes Überziehen“ sei bei den aktuellen Tarifabschlüssen nicht zu erkennen.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen weiterhin überaus positiv. Der IHK-Konjunkturklimaindikator ging zwar um einen auf 130 Punkte zurück. Damit bleibe die Stimmung aber immer noch so gut wie seit zehn Jahren nicht, so Prewo. „Die Zahl der Unzufriedenen nähert sich dem Nullpunkt.“ Der Hauptgeschäftsführer rechnet damit, dass die niedersächsische Wirtschaft „die Scharte der Rezession bis zur Jahresmitte ausgewetzt hat“ und 2011 um 2,5 bis 3 Prozent wachsen wird.

Vor allem die Industrie und ihr nahestehende Branchen säßen auf extrem hohen Auftragsbeständen, die längst Lieferverzögerungen nach sich zögen. Sie seien auch der Grund für die deutlich vergrößerte Investitionsneigung. Der entsprechende Indikator, der traditionell der Stimmungslage etwas nachläuft, ist inzwischen ebenfalls auf ein Zehnjahreshoch gestiegen.

Prewo geht zudem davon aus, dass viele Unternehmen ihre eigene Lagerwirtschaft überdenken werden. Hatte man in der Krise die Bestände auf ein Minimum reduziert oder gar komplett auf den Lieferanten verschoben, so rächt sich das in der aktuellen Aufschwungphase. Vorprodukte und Rohstoffe werden knapp und teuer. Krisen wie die aktuelle Katastrophe in Japan oder die Aschewolke im vergangenen Jahr verschlimmerten die Lage zusätzlich. „So mancher dürfte wieder dazu übergehen, ein eigenes Lager vorzuhalten“, prognostizierte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

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