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Niedersachsen Nord/LB kämpft mit Schifffahrtskrise
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB kämpft mit Schifffahrtskrise
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21:36 30.05.2013
Von Albrecht Scheuermann
Der Fotograf hat die Nord/LB in Hannover in Schieflage aufgenommen. Wirtschaftlich sieht es bei der Bank aber nicht so schlimm aus. Quelle: Thomas
Hannover

Unter dem Strich schrieb die größte Bank Niedersachsens wegen der Probleme mit ihren Kunden aus dem Schifffahrtssektor rote Zahlen. Nord/LB-Chef Gunter Dunkel sieht dennoch Lichtblicke, da das Geschäft in anderen Bereichen der Bank gut läuft.

Die Nord/LB zählt zu den größten Geldgebern der Schifffahrt. Sie hat insgesamt rund 18 Milliarden Euro für den Kauf oder Bau von etwa 1800 Schiffen verliehen. Bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 machte dieses Geschäft viel Freude, seitdem ist es jedoch zu einer Belastung geworden. Dies liegt daran, dass in wichtigen Sektoren – insbesondere der Containerschifffahrt – Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht geraten sind. Die übergroßen Kapazitäten drücken die Frachtraten, viele Schiffe liegen sogar mangels Aufträgen still. Dadurch können zahlreiche Reeder die Kreditraten an ihre Bank nicht mehr zahlen. Je länger sich die Krise hinzieht, desto gravierender wird das Problem für die Finanzierer – wie für die Nord/LB.

Bereits im vergangenen Jahr musste die Bank vor allem wegen der faulen Schiffskredite rund 600 Millionen Euro für die Risikovorsorge zurückstellen, im ersten Quartal kamen noch mal 241 Millionen Euro dazu. Vor allem diese hohe Risikovorsorge drückte das Konzernergebnis mit 32 Millionen Euro ins Minus. Vor einem Jahr hatte das erste Quartal noch einen Gewinn von 118 Millionen Euro abgeworfen.

„Natürlich können wir mit diesem Jahresauftakt nicht zufrieden sein“, erklärte Bankchef Dunkel. „Was uns aber zuversichtlich stimmt, sind die starken Ergebnisbeiträge, die andere Kerngeschäftsfelder geliefert haben.“ Abgesehen vom Schiffsbereich liefen die Geschäfte der Nord/LB ordentlich. Das Zinsergebnis war mit knapp 500 Millionen Euro etwas höher, das Provisionsergebnis mit 36 Millionen Euro etwas niedriger, das Ergebnis aus Finanzanlagen mit 40 Millionen Euro erheblich höher als vor einem Jahr.

Als erfreulich nennt die Bank das Geschäft mit Firmenkunden, institutionellen Kunden, Immobilien- sowie Projektfinanzierungen in den Sektoren Energie und Infrastruktur. „Mit dem kontinuierlichen Ausbau unserer Marktposition in diesen Geschäftsfeldern schaffen wir jetzt die Basis für starke Ergebnisse in den Jahren nach der Schiffskrise“, hob Dunkel gestern hervor.

Allerdings erwartet er auch für die kommenden Quartale keine tief greifende Wende zum Besseren auf den Schifffahrtsmärkten. Dennoch bleibe es bei dem Ziel, dieses Jahr ein besseres Ergebnis als 2012 zu erwirtschaften. Vergangenes Jahr hatte die Bank einen Gewinn von 80 Millionen Euro gemacht.

Hohe Kreditrisiken der kriselnden Schiffsbranche werden für die NordLB zum massiven Problem: Zum Jahresstart rutschte die Norddeutsche Landesbank in die roten Zahlen. 2012 hatte sie im ersten Quartal noch einen satten Überschuss ausgewiesen.

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