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Niedersachsen Nord/LB muss Schadensersatz zahlen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB muss Schadensersatz zahlen
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19:22 08.06.2015
Von Albrecht Scheuermann
Die Nord/LB hätte darüber aufklären müssen, dass sie für den Fondsverkauf zwischen 6,5 und 15 Prozent kassiert hat.
Die Nord/LB hätte darüber aufklären müssen, dass sie für den Fondsverkauf zwischen 6,5 und 15 Prozent kassiert hat. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die Nord/LB-Kundin hatte in den Jahren 2004 bis 2007 auf Empfehlung der Bank für insgesamt 227 000 Euro sechs Fondsbeteiligungen erworben. Dabei ging es um Schiffe, Flugzeuge und Hypotheken, aber auch um US-Lebensversicherungsfonds, die dann besonders hohe Renditen abwerfen, wenn die Versicherten früh sterben. Die Fonds erwiesen sich jedoch als Geldvernichter - und die Kundin machte die Bank dafür verantwortlich. Zwar konnte sie die Richter nicht von ihrer Behauptung überzeugen, dass die Bank sie nicht angemessen über die Risiken aufgeklärt habe, aber sie bekam dennoch Recht.

Die Nord/LB hätte darüber aufklären müssen, dass sie für den Fondsverkauf zwischen 6,5 und 15 Prozent kassiert hat. Dies beruht auf der Rechtssprechung des Bundesgerichtshofs. Er hatte 2009 entschieden, dass eine Bank Anleger über solche Rückvergütungen, auch „Kick-backs“ genannt, aufklären muss. Anderenfalls liege ein Beratungsfehler vor.

Rechtsanwalt Andreas Hampe von der hannoverschen Kanzlei Kern Cherkeh verweist auf eine Besonderheit des neuen Urteils: Die Bank müsse auch künftige Schäden der Kundin ausgleichen. Dies könne zum Beispiel dann eintreten, wenn eine der Beteiligungen pleite geht und der Insolvenzverwalter dann schon gezahlte Ausschüttungen vom Anleger zurückfordert. Ob die Nord/LB gegen das Urteil des Landgerichts Berufung einlegt, ist nach Angaben eines Banksprechers noch nicht entschieden.

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