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Niedersachsen Nord/LB nach Gewinnsprung vorsichtig
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB nach Gewinnsprung vorsichtig
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07:00 01.09.2011
Von Dirk Stelzl
Die hannoversche Bank hat in der ersten Jahreshälfte ihr Konzernergebnis mehr als verdreifacht. (Archivbild) Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Die hannoversche Bank hat in der ersten Jahreshälfte ihr Konzernergebnis mehr als verdreifacht – von 63 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf nun 215 Millionen Euro.

Vor Steuern verdiente sie mit 291 Millionen Euro bereits 55 Millionen Euro mehr als im gesamten Jahr 2010, wie das Geldinstitut am Mittwoch mitteilte. Angesichts einer sich abzeichnenden Abkühlung der Konjunktur und der Staatsschuldenkrise ist Vorstandschef Gunter Dunkel für den Rest des Jahres jedoch vorsichtig: „Das Marktumfeld ist zuletzt schwieriger geworden“, betonte Dunkel und kündigte für die zweite Jahreshälfte eine „nachlassende Dynamik bei der Ergebnisentwicklung“ an. Nach Angaben eines Sprechers rechnet die Nord/LB für das dritte und vierte Quartal ebenfalls mit einem Gewinn, sodass das Vorsteuer-Ergebnis auch im Gesamtjahr über dem Vorjahreswert liegen dürfte. Eine genauere Prognose gab die Bank nicht ab.

Zu dem höheren Gewinn hat auch ein Sondereffekt in Höhe von 64 Millionen Euro durch den Verkauf der Deka-Bank-Anteile an die Sparkassen-Gruppe beigetragen. Der Rückzug der Nord/LB aus der DnB Nord im Baltikum wirkte sich ebenfalls positiv aus, denn die Beteiligung hatte die Landesbank im Vorjahr noch mit 78 Millionen Euro belastet. Dank der besseren Konjunktur verringerte die Nord/LB die Risikovorsorge im Kreditgeschäft von 296 auf nur noch 34 Millionen Euro. Bei ihren griechischen Staatsanleihen schrieb sie 51 Millionen Euro ab. Bewertungsverluste bei festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten führten beim Handelsergebnis zu einem Minus von 71 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss legte hingegen um 12 Prozent auf 855 Millionen Euro zu.

„Mit dem im ersten Quartal aufgelegten Kapitalstärkungsprogramm sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte Dunkel. Die Kernkapitalquote erhöhte sich seit Ende 2010 von 7,9 auf 9,6 Prozent. Dabei ist die wegen des Bankenstresstests der europäischen Finanzaufsicht EBA beschlossene Erhöhung des Nord/LB-Kapitals noch nicht eingerechnet. Die Nord/LB hat den Stresstest nur knapp bestanden. Dabei gab es aber Meinungsverschiedenheiten mit der EBA darüber, wie das Kernkapital als Risikopuffer definiert wird und ob stille Einlagen anerkannt werden. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin wies seinerzeit darauf hin, dass sie sich mit Blick auf die Kapitalausstattung um die Nord/LB „keinerlei Sorgen“ mache.

31.08.2011
Carola Böse-Fischer 28.08.2011