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Niedersachsen Nord/LB profitiert vom Aufschwung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB profitiert vom Aufschwung
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07:50 01.12.2010
Nord/LB-Chef Gunter Dunkel. Quelle: dpa
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Der am Dienstag vorgelegte Bericht über die ersten neun Monate zeigt, dass die Nord/LB vor allem in ihrem operativen Geschäft gut vorankommt. Dass der Gewinn vor Steuern mit 154 Millionen Euro den Vorjahreswert um 22 Millionen Euro übertrifft, zeigt das Ausmaß der Verbesserung nur unvollkommen. Unter dem Strich schlossen die drei ersten Quartale sogar lediglich mit einem Nachsteuergewinn von 84 (111) Millionen Euro, weil die Zahlungen ans Finanzamt erheblich höher ausfielen als vor einem Jahr.

Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass das Ergebnis des dritten Quartals allein durch den Verkauf der Beteiligung an der Bank DnB Nord unter Buchwert mit 62 Millionen Euro belastet wurde. Hinzuzurechnen sind dann noch die diesjährigen laufenden Verluste dieser Beteiligung bis zum Verkauf in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Gleichwohl schloss das dritte Quartal allein mit einem Vorsteuergewinn von 54 Millionen ab, gegenüber einem Verlust von 140 Millionen in der entsprechenden Vorjahreszeit.

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Außerdem hatte vor einem Jahr noch die Erholung der Finanzmärkte das Handelsergebnis in die Höhe getrieben, das jetzt in den ersten drei Quartalen mit 62 Millionen Euro nicht einmal ein Sechstel des Vorjahreswertes erreichte.

Dagegen wirft jetzt das Kerngeschäft mit Krediten und Finanzierungen deutlich mehr ab als vor einem Jahr. Ablesbar ist dies am Anstieg des Zinsergebnisses um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und des Provisionsüberschusses um 30 Prozent auf 161 Millionen Euro. Besonders gut läuft den Angaben zufolge das wichtige Geschäft mit der Finanzierung von Schiffen, Flugzeugen, Investitionen in erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekten. Zugleich ging die Risikovorsorge im Kreditgeschäft um 19 Prozent auf 443 Millionen Euro zurück.

„Wir sind in diesem Jahr operativ gut vorangekommen“, berichtete Bankchef Dunkel. Dabei habe sich das Ergebnis im Jahresverlauf anders als 2009 kontinuierlich verbessert. „Das ist ein ordentliches Ergebnis, auf dem man aufbauen kann.“

Von der günstigen Geschäftsentwicklung profitierte auch die Kapitalausstattung der Bank. Die Kernkapitalquote und die Eigenmittelquote kletterten im Vergleich zum Jahresende 2009 von 8,7 auf 8,9 Prozent beziehungsweise von 9,7 auf 10,7 Prozent. Diese Größen sind ein wichtiger Maßstab für die Stabilität und Sicherheit einer Bank. Allerdings räumt Dunkel ein, dass die verschärften Eigenkapitalvorschriften, bekannt unter dem Begriff „Basel III“, einen „Anpassungsbedarf“ mit sich bringen. „Hier sind wir auf einem guten Weg, über die Umsetzung sprechen wir derzeit mit unseren Trägern.“

Albrecht Scheuermann