Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Nord/LB feiert 250-jähriges Bestehen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB feiert 250-jähriges Bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.03.2015
Von Albrecht Scheuermann
Feiern 250 Jahre Nord/LB: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), Gunter Dunkel (von links). Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Wenn eine große Bank ihr 250. Jubiläum feiert, ist mit allerhand Gästen zu rechnen. Dennoch fand es Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Montag „eindrucksvoll, wie groß die Fankurve der Nord/LB ist“. Die Bank hatte anlässlich des seltenen Geburtstages zum offiziellen Festakt in die Galerie Herrenhausen geladen – und der komplette Nord/LB-Vorstand um seinen Vorsitzenden Gunter Dunkel stand Spalier, um die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft und Politik zu begrüßen, darunter die früheren Vorstandsvorsitzenden Hannes Rehm und Manfred Bodin, den früheren Nord/LB-Vorstand und jetzigen Bayern-LB-Chef Jörg Riegler, Deutschlands Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon und seinen niedersächsischen Kollegen Thomas Mang, Niedersachsens Landtagspräsident Bernd Busemann, Innenminister Boris Pistorius, Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Sozialministerin Cornelia Rundt, den ehemaligen Landesfinanzminister Heiner Aller, seinen heutigen sachsen-anhaltinischen Kollegen Jan Bullerjahn, Hannovers Finanzdezernenten Marc Hansmann und Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Letzterer musste sich eine kleine Spitze von Festredner Weil gefallen lassen: „In Braunschweig hätten sich sicher manche vorstellen können, dass das Jubiläum dort gefeiert wird.“ Immerhin ist das Vorläuferinstitut, das die Nord/LB jetzt zur 250-Jahr-Feier berechtigt, dort am 9. März 1665 als „Herzogliches Leyhaus“ gegründet worden.

Die Nord/LB hat am Montag mit einem Festakt in Hannover ihr 250-jähriges Jubiläum gefeiert.

Einig war sich Weil übrigens mit Bankchef Dunkel im Lob der Langeweile. „Es gibt nichts Besseres als eine langweilige Bank, die einen abends ruhig in den Schlaf sinken lässt.“ Und diese Eigenschaft wurde der Bank allseits attestiert, was vor allem damit zusammenhängt, dass sie in der jüngsten Finanzkrise nur ein paar Schrammen abbekommen hat – und nicht mit Geld aus der Landeskasse gerettet werden musste, wie es anderswo passiert ist. Die erst 1970 aus vier einzelnen Häusern gebildete Nord/LB sei „kein Kind der Liebe“, sondern „eine Vernunftehe“, meinte Weil, was auch ihren Erfolg erkläre. Etliche Propheten hätten immer wieder das unvermeidliche Ende der Bank an die Wand gemalt, da „zu klein, zu langweilig“. Da falle ihm immer ein Telegramm von Mark Twain an eine Zeitung in St. Louis ein:„Nachrichten von meinem Ableben sind weit übertrieben.“ Nord/LB-Chef Gunter Dunkel machte noch auf ein anderes Erfolgsrezept aufmerksam: „Wir mögen keine Risiken.“ Da es ohne diese aber kein Bankgeschäft gibt, schränkte er dies schnell ein. „Wir legen so viele Eier wie möglich in so viele Körbe wie möglich.“ Und wenn dann mal ein faules dabei ist, „geraten wir nicht in Panik“.

Anzeige

Der Nord/LB-Aufsichtsratsvorsitzende und niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider räumte ein, dass die Bank in den vergangenen Jahren ihren Trägern  schon manchmal Kopfzerbrechen bereitet habe. Allerdings sei daran zuletzt vor allem die europäische Bürokratie schuld gewesen. „Die Bank wurde durchgerüttelt – und die Träger haben’s getragen.“

09.03.2015
Albrecht Scheuermann 07.03.2015
Lars Ruzic 06.03.2015