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Niedersachsen Konzern steigt in Australien ein
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Konzern steigt in Australien ein
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14:41 08.02.2019
Das Firmenschild der Nordzucker AG ist auf dem Werksgelände zu sehen. Quelle: dpa
Hannover

Trotz hoher Überkapazitäten auf dem Weltmarkt expandiert Nordzucker nach Australien: Der Braunschweiger Konzern übernimmt die Mehrheit am dortigen Produzenten Mackay Sugar und lässt sich das Engagement insgesamt bis zu 76 Millionen Euro kosten. „Die Wachstumsregionen im Zucker liegen außerhalb der EU“, sagte Vorstandschef Lars Gorissen am Freitag. „Mit der Beteiligung können wir uns einen substantiellen Anteil am australischen Markt sichern und erhalten Zugang zum südostasiatischen Markt.“

Der zweitgrößte deutsche Zuckerhersteller hatte Mitte 2017 angekündigt, weltweit auf Einkaufstour zu gehen. In der engeren Wahl seien Standorte in Südamerika, Europa und Südostasien – man müsse wachsen, um kein Übernahmekandidat zu werden, hieß es seinerzeit. Der Schlüssel dafür sei die Internationalisierung. Der Markt in Europa gilt in der Branche als gesättigt.

Mackay Sugar ist schon länger auf der Suche nach einem Geldgeber. Die australische Nummer zwei steckt tief in den roten Zahlen: Im Geschäftsjahr 2017/18 (bis Ende Mai) fiel bei einem Umsatz von umgerechnet knapp 290 Millionen Euro ein Verlust von knapp 13 Millionen Euro an. Das Unternehmen steht bei Banken und Anleihe-Gläubigern mit rund 100 Millionen Euro in der Kreide – ein „unhaltbarer Schuldenstand“, wie es im Geschäftsbericht heißt. Der Einstieg von Nordzucker sei daher ein „entscheidender Schritt für die Zukunft von Mackay Sugar“, schreibt Vorstandschef Mark Day an seine Aktionäre.

Nordzucker übernimmt 70 Prozent der Anteile des Unternehmens für umgerechnet rund 38 Millionen Euro. Darüber hinaus stelle man ein Gesellschafterdarlehen in maximal gleicher Höhe zur Verfügung, hieß es in Braunschweig. Die Kapitalspritze diene dazu, „die Verfügbarkeit der drei verbleibenden Werke mit einer jährlichen Kapazität von 700.000 Tonnen Zucker (...) deutlich zu steigern und das Unternehmen nachhaltig profitabel aufzustellen“. Nordzucker selbst produzierte zuletzt 2,7 Millionen Tonnen.

Bei den Rübenbauern stoßen die Pläne des Konzerns auf Kritik. „Nordzucker geht hier ein viel zu hohes Risiko ein“, sagte der Vorsitzende des Norddeutschen Zuckerrüben Aktionärsvereins, Friedrich Rodewald: „Die wirtschaftliche Lage von Mackay Sugar ist einfach zu schlecht.“ Der rund 200 Mitglieder starke Verein plädiert dafür, stattdessen das Rübengeld für die Bauern zu erhöhen. „Im vergangenen Jahr haben viele Landwirte keine kostendeckenden Preise erzielt“, sagte Rodewald. Halte dieser Trend an, werde es für Nordzucker schwer, die heimischen Werke auszulasten: „Viele Bauern überlegen bereits, ob sich der Rübenanbau noch lohnt.“

Der international heftige Wettbewerb um Marktanteile hat die Zuckerpreise ins Bodenlose fallen lassen: In der Europäischen Union ging es seit Oktober 2017 um mehr als 140 Euro je Tonne bergab. Aktuell liegt der Preis mit knapp 350 Euro auf dem niedrigsten Niveau seit zwölf Jahren. Nordzucker hat ein Sparprogramm von 40 Millionen Euro aufgelegt und will 200 von 700 Stellen in der Verwaltung streichen. Der Einstieg bei Mackay werde sich rechnen, sagte Vorstandschef Gorissen: „Die Rohrzuckerproduktion ist aufgrund der Kostenstrukturen auch bei niedrigeren Zuckerpreisen profitabel.“

Von Jens Heitmann

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