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Niedersachsen Nullzins-Politik macht Sparda-Bank skeptisch
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nullzins-Politik macht Sparda-Bank skeptisch
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08:11 27.02.2015
Von Albrecht Scheuermann
Das Jahr 2014 ist für die Sparda-Bank Hannover gut gelaufen, aber ihr Chef Andreas Dill blickt skeptisch in die fernere Zukunft. Quelle: Archiv
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Hannover

„Wir haben ein vernünftiges, solides, ordentliches Ergebnis erzielt, aber Sie hören von mir keine Jubelschreie“, sagte Dill. „Wir blicken mit einer gewissen Besorgnis in die Zukunft, wenn das Zinstief noch drei Jahre oder länger anhält.“ Dill erwartet, dass es wegen der Marktsituation vermehrt zu Zusammenschlüssen von Sparkassen und Volksbanken kommen dürfte. Probleme sieht der Sparda-Chef vor allem für diejenigen Häuser, die einen großen Teil ihrer Kundeneinlagen am Kapitalmarkt anlegen müssen, weil sie nicht genug Kreditgeschäft machen.

Bei der Sparda-Bank Hannover ist dies laut Dill jedoch nicht so. „Bei uns ist das Verhältnis von Einlagen und Krediten ausgewogen, deshalb können wir bisher ganz gut mit dem Zinstief umgehen“, sagte er. Dies liegt vor allem an dem regen Baufinanzierungsgeschäft. Die Bank vergab wie im Jahr zuvor rund 420 Millionen Euro an neuen Baudarlehen. So stieg das Kreditvolumen vergangenes Jahr um knapp 3 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro – und damit fast ebenso stark wie die Einlagen, die zum Jahresende 3,46 Milliarden Euro erreichten.

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Zins- und Provisionsüberschuss nahmen zu, allerdings auch die Kosten. Verschärfte Aufsichtsregeln erfordern laut Dill einen höheren Personalaufwand. Die Bank hat jetzt gut 450 Mitarbeiter, die Zahl ihrer Genossenschaftsmitglieder kletterte vergangenes Jahr um 3300 auf 257.000. Sie bekommen aus dem operativen Ergebnis von 36 Millionen Euro wieder eine Dividende von 6 Prozent. Das sind insgesamt etwa 3,3 Millionen Euro. Im Gegensatz zu anderen Sparda-Banken sehen die Hannoveraner keinen Grund für eine Kürzung.

Heiko Randermann 26.02.2015
25.02.2015