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Niedersachsen Offiziell: Conti beendet Reifenproduktion in Stöcken
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Offiziell: Conti beendet Reifenproduktion in Stöcken
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15:30 04.05.2010
Keine Lkw-Reifenproduktion mehr in Hannover: Das Conti-Werk in Stöcken.
Keine Lkw-Reifenproduktion mehr in Hannover: Das Conti-Werk in Stöcken. Quelle: dpa
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Der Autozulieferer Continental macht aus Kostengründen sein Lkw-Reifenwerk am Stammsitz Hannover endgültig dicht. Eine wirtschaftlich vertretbare Produktion von Lkw-Reifen sei an dem Standort nicht möglich, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Mit der Stilllegung setzt sich der Niedergang der Reifenproduktion von Conti in Deutschland fort. Unterdessen geht es für den Konzern nach den schweren Einbrüchen im Krisenjahr 2009 wieder bergauf.

Conti hatte dem Lkw-Reifenwerk in Hannover-Stöcken mit rund 800 Beschäftigten vor einem Jahr eine Schonfrist gegeben und die Entscheidung über eine Schließung vertagt. Wegen des Markteinbruchs hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr die Herstellung von Nutzfahrzeugreifen auch in anderen Werken drastisch gedrosselt. In Stöcken war nur noch eine Produktionszelle vorgehalten worden. Seit Jahresbeginn waren die Beschäftigten dort aber in Kurzarbeit.

Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE kritisierte, die Schließung sei eine Folge der langjährigen Verlagerungsstrategie von Produktion ins Ausland. „Diese Strategie halten wir weiterhin für falsch“, sagte IG- BCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker. „Es wäre sinnvoller, perspektivisch wettbewerbsfähige Arbeitsplätze und industrielle Produktion in Deutschland zu erhalten.“

Für die rund 800 Beschäftigten der Lkw-Reifenproduktion war ein Sozialplan ausgehandelt worden. Der Großteil der Mitarbeiter ist bereits in Rente oder Altersteilzeit gegangen oder in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt. Zudem liefen befristete Verträge aus. Für rund 200 Beschäftigte wurden andere Jobs im Unternehmen gefunden. Die verbleibenden 210 Beschäftigten bekommen das Angebot, in eine Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln.

Aus Kostengründen hatte Conti vor einigen Jahren bereits das Pkw- Reifenwerk in Hannover geschlossen. Seit langem setzt der Konzern auf eine kostengünstigere Produktion etwa in Osteuropa. Conti fertigt in Deutschland Reifen für Personenwagen noch in Aachen und im hessischen Korbach. Die konzernweit größten Reifenwerke sind in Puchov (Slowakei), Otrokovice (Tschechische Republik) sowie in Mount Vernon in den USA.

Unterdessen meldete Conti für das Auftaktquartal 2010 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Überschuss lag bei rund 228 Millionen Euro, nach Verlusten von 268 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Bereits vor einer Woche hatte Conti mitgeteilt, dass der Umsatz dank der anziehenden weltweiten Autokonjunktur von 4,3 Milliarden auf knapp 6 Milliarden Euro zulegte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 494 Millionen Euro, nach Verlusten von 165 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Größter Ertragsbringer war die Reifensparte, vor allem das Pkw- Reifengeschäft. Allerdings sei vom zweiten Quartal an mit deutlich höheren Kosten von insgesamt rund 250 Millionen Euro zu rechnen. Grund seien die stark gestiegenen Preise für Naturkautschuk.

dpa

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