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Niedersachsen Bauern halten ihr Geld zusammen
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18:22 26.10.2015
Von Carola Böse-Fischer
Der alte Traktor wird eben noch nicht ausrangiert: Weil vielen Landwirten zurzeit das Geld fehlt, stellen sie geplante Investitionen erst einmal zurück. Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Grund sind nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes die niedrigen Preise für Agrarprodukte. Viele Landwirte stellten geplante Investitionen erst einmal zurück, wie ein Verbandssprecher der HAZ sagte. Das werde sich auch auf das Messegeschäft auswirken.

Vom 10. bis 14. November stellen über 2800 Unternehmen ihre neuesten Maschinen und elektronischen Innovationen auf der weltweit größten Landtechnikmesse in Hannover aus. In welch schwierigem Umfeld das Messegeschäft stattfindet, zeigt das „Konjunkturbarometer Agrar“, für das der Bauernverband im September rund 1000 Landwirte und Lohnunternehmer in Deutschland befragt hat. Danach wollen die Betriebe ihre Investitionspläne im nächsten halben Jahr nochmals um insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf etwa 3,9 Milliarden Euro zusammenstreichen. Rund 1,5 Milliarden Euro davon und damit nur noch halb so viel Geld wie vor einem Jahr sind für neue Wirtschaftsgebäude geplant; für Maschinen wie Traktoren oder Mähdrescher sind es 0,9 Milliarden Euro, verglichen mit einer Milliarde in der Vorjahreszeit. Für neue Ställe sind die Pläne weiter von 0,5 auf 0,2 Milliarden Euro gekürzt worden.

Nur 28 Prozent der Landwirte wollen der Umfrage zufolge überhaupt noch investieren, vor einem Jahr waren es noch 34 Prozent. Die Zurückhaltung bei den Investitionen betrifft laut Verband alle Betriebszweige, weil die Stimmung überall schlecht sei, bei Milchbauern ebenso wie bei Schweinehaltern und Ackerbauern.

Für das „Konjunkturbarometer Agrar“ wird vierteljährlich ermittelt, wie die Landwirte die aktuelle Lage einschätzen und welche Erwartungen sie für die kommenden zwei bis drei Jahre haben. Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung im Juni von 20,2 auf 14,7 Punkte abgesackt. Allerdings hätten sich die Erwartungen für die Zukunft etwas verbessert, hieß es. Ähnlich schätzen Landwirte in anderen europäischen Ländern wie Polen, Großbritannien oder Frankreich ihre Lage ein, wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in ihrem Trendmonitor Europa festgestellt hat. Statt zu investieren, rücke bei vielen Betrieben die Sicherung der Liquidität in den Vordergrund, berichtete die DLG, die die Agritechnica in jährlichem Wechsel mit der EuroTier, der Messe für Tierhaltung, in Hannover veranstaltet.

Die eher schlechte Stimmung macht sich in den Auftragsbüchern deutscher Landtechnikhersteller wie Claas, Krone oder Amazone bemerkbar. Für 2015 rechnet der Branchenverband VDMA Landtechnik mit einem Einbruch des Umsatzes um 10 Prozent auf knapp 7 Milliarden Euro. Weltweit dürfte die Produktion von Landmaschinen von umgerechnet 100 auf 91 Milliarden Euro sinken, wie VDMA-Geschäftsführer Bernd Scherer sagte. Trotzdem bleibt die Branche zuversichtlich. Wegen des riesigen Bedarfs an Nahrungsmitteln in den Schwellenländern erwartet Scherer in den nächsten Jahren „signifikante Zuwächse“ für die Landtechnikhersteller.

Die Beteiligung der Unternehmen an der Agritechnica leidet jedenfalls nicht unter den flauen Geschäften: Das Messegelände ist wieder komplett ausgebucht. Auch die Landwirte werden nach Hannover strömen, wie der Sprecher des Bauernverbands sagte. Denn die Agritechnica sei auch die wichtigste Informationsbörse über die Trends von morgen. Die DLG erwartet über 400 000 Besucher, ein Viertel aus dem Ausland.

Tagesticket für Agritechnica 
kostet 24 Euro

Die Agritechnica beginnt offiziell am 10. November. Ein Fachpublikum hat jedoch an zwei vorgeschalteten sogenannten Exklusivtagen Gelegenheit, die weltgrößte Landtechnikschau auf dem hannoverschen Messegelände zu besuchen. Geöffnet ist die Agritechnica, die bis zum 14. November dauert, täglich von 9 bis 18 Uhr. Das Tagesticket kostet 24 Euro. Ermäßigten Eintritt von 13 Euro zahlen unter anderem Schüler, Studenten und Rentner. Für Kinder bis zu zwölf Jahren ist der Eintritt frei.

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