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Niedersachsen TÜV Nord profitiert von neuen Abgastests
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TÜV Nord profitiert von neuen Abgastests
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18:10 11.04.2019
TÜV-Nord-Chef Dirk Stenkamp will Kraftwerke und Handynetze vor Cyberangriffen schützen. Quelle: dpa
Hannover

Die Prüfgesellschaft TÜV Nord hat im vergangenen Jahr von der Einführung aufwändigerer Abgastests für Autos profitiert. Der neue Prüfstandard WLTP sei ein „Wachstumstreiber“ gewesen, sagte Vorstandschef Dirk Stenkamp am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresergebnisse. Der Konzern mit Hauptsitz in Hannover konnte auch in vielen anderen Bereichen wachsen und erreichte Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn.

Mit WLTP wird der Abgasausstoß und der Verbrauch von Autos seit 2018 realitätsnäher bestimmt. Um die zeitaufwändigen Tests zu bewältigen habe man neue Prüfstände gebaut, zusätzliche Mitarbeiter ausgebildet und ein Schichtsystem eingeführt, erklärte Stenkamp. Der TÜV Nord und die anderen Prüfgesellschaften konnten die Nachfrage allerdings trotzdem nicht decken. Vor allem bei VW waren 2018 viele Modelle nicht lieferbar, weil die WLTP-Freigabe fehlte. Stenkamp sagte, alle Beteiligten hätten den Aufwand unterschätzt.

Hauptunterschungen und weitere Prüfungen von Kraftfahrzeugen machen nur noch knapp ein Drittel des Umsatzes der TÜV-Nord-Gruppe aus. Die Mobilitäts-Sparte verbuchte 2018 aber das größte Wachstum – mit einem Sprung um 6,6 Prozent auf 390,5 Millionen Euro. Insgesamt steigerte die Gruppe ihre Erlöse im Vergleich mit 2017 um 3,8 Prozent auf rund 1,23 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte leicht auf 80,2 Millionen Euro. Unterm Strich blieben 51,2 Millionen Euro nach 47,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor in der Kasse. Die Zahl der Mitarbeiter stieg ebenfalls.

Sensoren überwachen Kräne

Für die Zukunft sieht TÜV-Chef Stenkamp vor allem die Digitalisierung als Wachstumsfeld. Sie erweitere den „historischen Prüfauftrag“, Menschen vor den Gefahren durch Maschinen zu schützen. Jetzt müssten auch Maschinen vor Menschen geschützt werden – zum Beispiel Kraftwerke, selbstfahrende Autos oder Handynetze vor Hacker-Angriffen. Die IT-Sicherheit rücke „immer weiter in den Fokus unserer Tätigkeiten“, erklärte der Manager.

Die Digitalisierung helfe dem TÜV Nord auch in anderen Geschäftsfeldern, zum Beispiel bei der Prüfung von Industrieanlagen. Hochauflösendes Videostreaming ermögliche Experten die Erstellung von Gutachten, ohne dass sie am betreffenden Ort sein müssten. Das System sei verschlüsselt und „gerichtsfest“, betonte Stenkamp. Digital vernetzte Sensoren können zudem die mechanische Belastung von Kränen oder Windenergieanlagen überwachen und frühzeitig Materialermüdung erkennen.

Von Christian Wölbert und Thomas Strünkelnberg

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