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Niedersachsen Billigflieger setzen der Tui zu
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Billigflieger setzen der Tui zu
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07:29 15.05.2015
Von Jens Heitmann
Die Tui-Flotte soll in Zukunft zentral gesteuert werden – der Konzern will seine Kosten senhen. Quelle: Tui
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Hannover

Das Überangebot bei günstigen Flügen macht dem Reiseveranstalter Tui Deutschland schwer zu schaffen. Weil Billigflieger wie Ryanair, Easyjet und Norwegian vermehrt Ferienziele rund um das Mittelmeer und auf den Kanaren ansteuern, geraten Chartergesellschaften wie Condor oder Tuifly bei den Preisen unter Druck. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz: Während die Tui ihr Halbjahresergebnis im übrigen Europa deutlich verbessern konnte, weist der „Bereich Mitte“ mit Deutschland als größtem Markt ein zweistelliges Minus aus.

Dabei fehlt es nicht an der Nachfrage: Die Zahl der Gäste in „Mitte“ ist zwischen Oktober und März um 2,9 Prozent gestiegen, der Umsatz kletterte um 5,8 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Dennoch erhöhte sich der operative Verlust um rund 22 Prozent auf knapp 94 Millionen Euro. Dass Reisekonzerne in den Wintermonaten rote Zahlen schreiben, ist wegen der hohen Vorlaufkosten der Branche normal - der deutliche Anstieg in Deutschland zeige aber den Reformbedarf im Flugbereich, hieß es.

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Die Kosten sollen sinken

Die Konzernführung will ihre Flotte von 140 Maschinen, die sich auf fünf Ländergesellschafen verteilen, künftig aus einer Hand steuern. Details des unter dem Titel „One Aviation“ („eine Luftfahrt“) laufenden Effizienzprogramms sind immer noch unklar, die Richtung aber ist klar: Die Kosten sollen sinken. Die deutsche Tuifly mit ihren 38 Boeing 737 habe bereits im vergangenen Jahr ein Sparprogramm verabschiedet, doch das reiche möglicherweise nicht, verlautete aus Konzernkreisen.

Gleichwohl zeigte sich die Tui-Führung mit der Bilanz der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2014/15 (30. September) zufrieden. Nach dem Zusammenschluss mit der britischen Tochter Tui Travel komme die Integration der Unternehmensteile schneller als erwartet voran, erklärten die Co-Vorstandschef Friedrich Joussen und Peter Long: „Unsere Wachstumsphase gewinnt an Dynamik.“ Der Umsatz stieg insgesamt um 7,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro - der Zuwachs sei zur Hälfte allerdings auf Währungseffekte zurückzuführen, hieß es.

Tui sieht sich auf Kurs

Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sank um 20,2 Prozent auf 273 Millionen Euro. Den stärksten Erlösanstieg verbuchte die Hotelsparte mit einem Plus um 16 Prozent auf 254 Millionen Euro; der bereinigte operative Gewinn stieg sogar um 70 Prozent auf 56 Millionen Euro. Unter dem Strich stand im Konzern ein Minus von knapp 219 Millionen Euro, eine Verbesserung um rund 37 Prozent.

Neben der regen Nachfrage profitierte der Konzern auch vom Verkauf eines Riu Hotels, das einen Buchgewinn von 16 Millionen Euro ermöglichte, und von der Erholung der Containerschifffahrt. Die Tui ist noch mit rund 15 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd beteiligt - der Konzern will sein Aktienpaket aber möglichst bald zu Geld machen. Nach den ersten sechs Monaten sieht sich die Tui auf Kurs. An der Prognose für das Gesamtjahr, nach der das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 10 bis 15 Prozent wachsen soll, halte man fest, bekräftigte die Konzernführung.

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