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Niedersachsen Rossmann mit gebremstem Schaum
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Rossmann mit gebremstem Schaum
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21:31 15.04.2009
Von Lars Ruzic
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Dirk Rossmann Quelle: Nigel Treblin/ddp
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Derzeit kalkuliere man vor allem aufgrund der verschlechterten Wechselkurse in Osteuropa mit einem Gruppenumsatz von 4,2 Milliarden Euro, sagte Firmengründer Dirk Rossmann bei der Jahrespressekonferenz in Burgwedel. Das entspräche einem Plus von gut 9 Prozent.

Vor allem der Verfall des polnischen Zloty macht dem Unternehmen zu schaffen. Rossmann ist in Polen Marktführer, die dortige Tochter die mit Abstand stärkste außerhalb Deutschlands. Kaufzurückhaltung sei jedoch in keiner Region zu spüren, sagte Rossmann. „Man spart vielleicht bei großen Anschaffungen, aber nur wegen der Krise gibt ja niemand seinem Baby keine Windel mehr.“ Hinter den aktuell zunehmenden Insolvenzen im Handel stünden vor allem hausgemachte Probleme. „Konzeptionell gut aufgestellte Firmen haben nach wie vor Erfolg.“

Die jüngste Pleite der Kaufhauskette Woolworth könnte sich der Burgwedeler Konzern möglicherweise sogar zunutze machen. Sollte der Insolvenzverwalter Filialen aufgeben, „dann sehen wir uns das genau an“, sagte der 62-Jährige. Rossmann suche häufiger große Filialen, um das immer größer gewordene Sortiment auch unterbringen zu können. „Läden unter 500 Quadratmeter sehen wir uns eigentlich gar nicht mehr an.“ Erst Ende März hatte Rossmann in Celle auf 1000 Quadratmetern den bislang größten Laden eröffnet.

Hinter den 100 Neueröffnungen, die Rossmann für 2009 im Inland ankündigte, stehen deshalb zum Gutteil Umzüge. Meist wechselt eine Mannschaft in eine größere Filiale unweit der alten, die dann geschlossen wird. 50 Millionen Euro werden investiert, 1000 neue Jobs im Inland geschaffen. Zentrum der Expansion bleibt Süddeutschland, wo Rossmann vor allem in Baden-Württemberg, Kernland des Rivalen dm, noch großen Nachholbedarf sieht. Der Konkurrent aus Karlsruhe macht sich indes in Norddeutschland breit, was Rossmann „natürlich wurmt“, wie er einräumt.

Derzeit wächst die Nummer zwei nach Schlecker zudem stärker als der drittplatzierte Rossmann. Allerdings haben die Burgwedeler auch noch die Übernahme von Kloppenburg in Norddeutschland zu schultern, während dm die eigene Expansion vorantreibt. Der Zukauf hatte Rossmann im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 22 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro beschert. Der Konzern beschäftigt im Inland 16 000 Mitarbeiter, davon 6500 Vollzeitkräfte.