Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Rossmann will in diesem Jahr 110 neue Filialen eröffnen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Rossmann will in diesem Jahr 110 neue Filialen eröffnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 07.04.2019
Neueröffnung einer Rossmann-Filiale in Hannover: Allein in Deutschland sollen in diesem Jahr 110 Geschäfte hinzukommen.
Neueröffnung einer Rossmann-Filiale in Hannover: Allein in Deutschland sollen in diesem Jahr 110 Geschäfte hinzukommen. Quelle: dpa
Anzeige
Burgwedel

Die Drogeriekette Rossmann will ihr hohes Wachstumstempo beibehalten. Im laufenden Jahr will sie den Umsatz um rund 5 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro steigern, wie Geschäftsführer Dirk Roßmann am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Burgwedel sagte. „Ich würde natürlich gerne 10 Milliarden Euro sagen, aber das wäre unseriös“, ergänzte der 72-jährige Unternehmensgründer.

Um das Ziel zu erreichen, will Rossmann 215 Millionen Euro investieren. Ein Großteil davon soll in die Filialen fließen: Geschäfte sollen modernisiert werden, außerdem sind 200 Neueröffnungen im In- und Ausland geplant. Allerdings werden auch Filialen geschlossen, sodass per Saldo voraussichtlich rund 160 Läden zu den aktuell über 3900 in Europa hinzukommen. Voraussichtlich in der Jahresmitte eröffnet die viertausendste Rossmann-Filiale.

Online-Handel lässt Mieten sinken

Dabei profitiere man von sinkenden Mieten in vielen Innenstädten, sagte Dirk Roßmann. Ursache sei der Online-Handel: Er führe dazu, dass in manchen kleineren Orten die Fußgängerzonen „regelrecht veröden“. Die Mieten gingen aber keineswegs überall zurück.

Für Rossmann selbst spiele der Verkauf von Produkten im Netz mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro hingegen kaum eine Rolle, betonte Raoul Roßmann, Sohn von Dirk Roßmann und ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens. Die Verbraucher kauften Drogerieprodukte und Lebensmittel lieber im Laden. Die Digitalisierung helfe dem Unternehmen trotzdem enorm, zum Beispiel beim Marketing. So informierten Kunden sich auf der Rossmann-Webseite über Produkte.

Im vergangenen Jahr steigerte Rossmann seinen Umsatz um 5,1 Prozent auf 9,46 Milliarden Euro und wuchs damit etwas schneller als der Marktführer dm. Die Tochtergesellschaften in Osteuropa und der Türkei steigerten den Umsatz gar um 7,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Detaillierte Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht. Dirk Roßmann erklärte aber, unterm Strich stünden „gut über 200 Millionen Euro“. Er sagte: „Uns geht es wirtschaftlich weiterhin gut.“ Der Rossmann-Anteil am im deutschen Markt für Drogeriewaren stieg von 14,4 auf 15,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte leicht auf 56.000 Menschen.

Mehr eigene Lkw-Fahrer

Auch die Zahl der von Rossmann beschäftigten Lkw-Fahrer ist zuletzt gestiegen, wie Geschäftsführer Michael Rybak betonte. Man übernehme mehr Fahrten als früher selbst, weil es bei Speditionen aufgrund des Fahrermangels Engpässe gebe. Der Mangel sei so groß, dass der typische Bruttolohn von etwa 1800 Euro auf über 2800 Euro gestiegen sei. Rossmann selbst habe aber schon immer deutlich mehr bezahlt als andere, betonte Rybak. Deswegen habe man auch keine Probleme, genügend Fahrer für die Belieferung der Filialen zu finden.

Trotzdem stößt auch Rossmann bei seinen Expansionsplänen an Grenzen. Im vergangenen Jahr wollte die Kette eigentlich 105 Filialen in Deutschland eröffnen – tatsächlich wurden es aber nur 95. Viele Handwerker und auch viele Bauämter seien überlastet, deswegen dauerten Bauarbeiten und Genehmigungen länger, erklärte Rybak.

Von Christian Wölbert und Thomas Strünkelnberg