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20:54 25.02.2016
Von Enno Janssen
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Hannover

Mein Schwiegervater hat ihn schon - einige HAZ-Leser auch: den ersten Kundenbrief, den VW zurzeit an Betroffene verschickt. Das Schreiben soll laut Volkswagen den größten Teil der Halter in Deutschland bis spätestens Ende Februar erreichen - also bis Montag.

Unter der Betreffzeile „Dieselthematik“ müssen sich die Betroffenen in dem Schreiben zunächst durch einen langen Satz mit 32 Wörtern kämpfen. Der Inhalt lautet sinngemäß: Ihr Fahrzeug hat die Schummel-Software installiert. Weiter im Text heißt es dann, dass jeder VW-Halter noch einen zweiten Brief erhalte, der zum konkreten Termin in der Werkstatt aufrufe. Auch dieser Brief müsste bei einigen Betroffenen bald in den Postkästen liegen, denn laut VW sollen ab dem 29. Februar die ersten 2,0-Liter-Passat in die Werkstätten. Die Wagen mit 1,2 Litern Hubraum würden ab dem 30. Mai folgen, die 1,6-Liter-Modelle vom 5. September an. Weiter heißt es, man bedauere zutiefst, das Vertrauen enttäuscht zu haben und werde die „Unregelmäßigkeit“ schnellstmöglich beheben. Das klingt eher hölzern und juristisch, soll aber wohl eine Art Entschuldigung sein.

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Wesentlich entschlossener und zupackender agieren dagegen autorisierte Volkswagen-Partner in der Region. So haben die sechs großen Werkstätten im Verbund Volkswagen Automobile Hannover GmbH „Diesel-Care-Teams“ abgestellt, die die Flut von Betroffenen über eine Terminhotline professionell kanalisieren sollen. „Wir bringen das in Ordnung - schnell und unkompliziert“, heißt es auf der gemeinsamen Internetseite und in Anzeigen. Auch andere autorisierte Volkswagen-Partner sind hoch motiviert. Kunde König kann kommen.

Doch wird VW den Zeitplan für den Rückruf überhaupt einhalten? Das Software-Update für die ersten VW Passat wird nach Medieninformationen derzeit noch zwischen dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und VW beraten. „Wir führen dazu Diskussionen“, bestätigte ein VW-Sprecher gegenüber „Spiegel Online“. Auslöser für die plötzlichen Probleme sei eine Messung der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“. Diese hatte berichtet, dass bei ersten Tests mit zwei Amarok, die von VW ein Update erhalten haben, zwar Motorleistung und Stickoxid-Ausstoß gleichgeblieben seien, der Verbrauch allerdings um gut einen halben Liter gestiegen sei. Volkswagen hatte den Kunden aber zugesagt, dass ihnen durch den Rückruf keinerlei Nachteile entstehen werden. Deshalb wolle das KBA den Passat-Rückruf noch einmal genauer prüfen, heißt es. Die Zeit läuft - und am Montag wissen wir, ob tatsächlich die ersten Passat ihr Software-Update bekommen.

Auch in anderer Hinsicht gab es einen höheren Verbrauch - und das ist endlich mal eine gute Nachricht: VW verkauft erneut deutlich mehr Currywürste als Autos. Scharf.

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