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Niedersachsen Runners Point wieder zu haben
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22:02 11.07.2012
Laufschuhe sind eine Spezialität der Handelskette Runners Point. Quelle: Zimpel
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Hannover

Finanzielle Details werden zwar nicht genannt, aber Hannover Finanz dürfte mit einem ordentlichen Gewinn aus der Transaktion hervorgehen.

Eine Sprecherin der Beteiligungsgesellschaft bestätigte am Mittwoch die Pläne: „Wir haben einen Verkaufsprozess gestartet.“ 2005 hatte KarstadtQuelle Runners Point veräußert, um Geld für die Sanierung aufzutreiben. Diese scheiterte jedoch letztlich, 2009 meldete der in Arcandor umbenannte Konzern Insolvenz an.

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Hannover Finanz erwarb drei Viertel des Sporthändlers, ein Viertel gehört den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern Otto Hurler und Harald Wittig. Sie wollen den Angaben zufolge an der Beteiligung festhalten. Das Unternehmen hat sich seit der mehrheitlichen Übernahme durch Hannover Finanz gut entwickelt. 2004 zählte Runners Point 124 Filialen überwiegend in Deutschland, hatte rund 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Nettoumsatz von weniger als 100 Millionen Euro. Heute hat die Kette einschließlich der 25 Franchise-Betriebe rund 200 Läden. Der konsolidierte Umsatz der Gruppe betrug vergangenes Jahr 164 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Über den Gewinn werden keine Angaben gemacht. Der Schwerpunkt liegt in Deutschland, es gibt aber auch Filialen in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich seit dem Einstieg der Hannoveraner auf rund 2000 verdoppelt. Der 1984 gegründete Sporthändler versteht sich als Laufsport-Spezialist, bietet darüber hinaus jedoch auch ein Schuh- und Modesortiment und hat vergangenes Jahr mehrheitlich den Internethandels-Spezialisten Tredex übernommen.

Die Hannover Finanz gehört zu den führenden mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in Deutschland. 1979 als Tochter der Hannover Rück gegründet, gilt sie als ein Pionier der Branche. Heute halten Manager und frühere Führungskräfte die Mehrheit. Sie geht sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen ein und hat einen langfristigen Anlagenhorizont. Das Anlagespektrum ist sehr breit, allerdings interessiert sich die Gesellschaft nur für gesunde Unternehmen, nicht für Sanierungsfälle.

Shoppingsender verkauft

Ein weiteres Unternehmen aus dem früheren KarstadtQuelle-Reich ist jetzt mit üppigem Gewinn versilbert worden. 2008 hatte der französische Finanzinvestor Axa Private Equity dem insolventen Arcandor-Konzern für rund 180 Millionen Euro den Münchener Homeshopping-Sender HSE24 abgekauft. Bei dem am Mittwoch offiziell bekanntgegebenen Verkauf an den Investor Providence ist das Unternehmen Finanzkreisen zufolge rund 650 Millionen Euro wert. Allerdings übernimmt die US-Beteiligungsgesellschaft nur 85 Prozent, der Rest bleibt bei Axa.

Axa Private Equity hatte HSE24 nur mit Eigenkapital aus der Insolvenzmasse des Warenhaus- und Versandkonzerns Arcandor erworben, dem Unternehmen später aber zweimal Schulden aufgeladen und sich 2011 eine Dividende ausschütten lassen. Unter der Ägide von Axa Private Equity habe HSE24 den Umsatz im Schnitt um mehr als 10 Prozent pro Jahr gesteigert. Im vergangenen Jahr wuchsen die Erlöse um 7 Prozent auf 470 Millionen Euro. Zahlen zum Gewinn liegen nicht vor.  (mit: rtr)

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