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Niedersachsen Saaten-Union so stark wie noch nie
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Saaten-Union so stark wie noch nie
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11:21 27.01.2014
Von Carola Böse-Fischer
Rapszucht im Gewächshaus bei der Norddeutschen Pflanzenzucht: Die mit sechs anderen Pflanzenzüchtern gegründete Saaten-Union vermarktet später die neuen Sorten. Quelle: dpa

Nichts fürchten Landwirte mehr als Kahlfrost, Dauerregen oder Dürre, weil dadurch Ernteverluste bis hin zum Totalausfall drohen. Markus Iken dagegen kann Wetterkapriolen sogar Positives abgewinnen. „Dann können wir unsere Getreide- oder Rapssorten unter Extrembedingungen testen.“ Die Ergebnisse fließen in die Züchtung ein. Iken ist Chef der Saaten-Union mit Sitz in Isernhagen, über die ihre sieben Gesellschafter, allesamt Pflanzenzüchter, das Saatgut ihrer Sorten vermarkten. Zudem sind sie als aktive Landwirte tätig, die insgesamt etwa 20 000 Hektar Ackerfläche bewirtschaften. Sie wissen also aus eigener Erfahrung, welche Sorten Landwirte brauchen und welche ackerbaulichen Ansprüche sie erfüllen müssen, wie Iken erklärt.

Was einer allein nie geschafft hätte, gelang den sieben Mittelständlern mit ihrem vor fast 50 Jahren gegründeten Vertriebsverbund: Die Saaten-Union habe sich unter die „Top Five“ der Saatguthersteller in Deutschland vorgearbeitet und gleichzeitig die Expansion in West- und Osteuropa vorangetrieben, sagt Iken. Acht Tochtergesellschaften in England, Frankreich, Polen, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Russland und der Ukraine gehören inzwischen zu dem Verbund. Neben dem Vertrieb organisieren die Töchter der Saaten-Union die Anmeldung neuer Sorten bei den Sortenämtern in den jeweiligen Ländern, deren Zulassung – wie hierzulande – Voraussetzung ist, um neue Sorten auf den Markt zu bringen.

Weil die Gesellschafter auf unterschiedlichsten Feldern züchten, kann die Saaten-Union anders als Saatgutkonzerne, die sich auf sogenannte Profitsorten wie Mais oder Soja konzentrieren, ein großes Sortenspektrum mit entsprechender genetischer Breite anbieten. Aktuell habe man 42 Arten mit 240 Sorten im Portfolio, vom Weizen über Klee, Ackerbohnen bis hin zu Senf und Lupinen als Zwischenfrüchte, berichtet der Unternehmenschef. „Außer Zuckerrüben und Kartoffeln haben wir alle Kulturarten im Programm.“

Für die Saaten-Union hat sich das als Erfolgsrezept erwiesen. Im Geschäftsjahr 2012/13 (30. 6.) hat das Unternehmen mit mehr als 800 Mitarbeitern fast 200 Millionen Euro Umsatz eingefahren, eine Steigerung um 16 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Knapp die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Getreidesorten. Weitere mehr als 50 Millionen Euro steuerten die Töchter an Erlösen bei. Es war laut Iken das beste Ergebnis seit der Firmengründung 1965.

Über den Gewinn lässt die Saaten-Union traditionell nichts verlauten. Man arbeite profitabel, sagt der Firmenchef nur. Und man könne sich durch den Verbund leisten, auch Nischenprodukte zur Marktreife zu entwickeln. Es gehe nicht darum, das schnelle Geld zu verdienen. „Die Gesellschafter denken langfristig.“ Dazu gehöre auch der große Aufwand für Forschung und Entwicklung in Höhe von 16 Prozent des Umsatzes.

Das zahlt sich offensichtlich aus und kommt bei den Landwirten gut an. So wuchs nach Angaben des Unternehmens allein der Umsatz mit Zwischenfrüchten zur Verbesserung des Ackerbodens um 35 Prozent auf 13 Millionen Euro. Mit 23 Prozent auf 19 Millionen Euro habe zudem das Geschäft mit Hybridroggen-Sorten überdurchschnittlich zugelegt.

Ob das laufende Geschäftsjahr auch so gut wird, hängt vor allem von den Preisen auf den Agrarmärkten ab, wie Iken erklärt. Seien sie gut und die Ernte ebenso, investierten Landwirte mehr Geld in Saatgut. Die Saaten-Union habe weiteres Wachstum eingeplant, vor allem in Mittel- und Osteuropa sieht Iken noch großes Potenzial.

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