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Salzgitter AG: Stahlkonzern rechnet mit Verlust

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18:33 26.09.2019
Stahlproduktion bei der Salzgitter AG. Das Unternehmen plant ein neues Sparprogramm. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Der Stahlhersteller Salzgitter AG wird im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich rote Zahlen schreiben. Das Management erwarte einen Verlust vor Steuern „im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Als Grund nannte es eine drohende Kartellstrafe wegen mutmaßlicher Absprachen bei Grobblech und Flachstahl. Hinzu kommt ein geplantes Sparprogramm, das bei dem Unternehmen zunächst Kosten verursacht. Ohne die Sondereffekte würde der Konzern – wie bisher prognostiziert – im operativen Geschäft einen Gewinn zwischen 125 und 175 Millionen Euro erreichen, hieß es.

Ende August 2017 hatte das Bundeskartellamt wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen Geschäftsräume mehrerer Stahlhersteller und Privatwohnungen durchsuchen lassen. Die Salzgitter AG und der Konkurrent Arcelor-Mittal bestätigten seinerzeit die Ermittlungen gegen sie. Seither laufen sogenannte Settlement-Gespräche, in denen über die Höhe des Bußgeldes verhandelt wird. Der Konzern rechne damit, „die Verfahren zeitnah einvernehmlich beenden zu können“, erklärte die Salzgitter AG. Die Risikovorsorge werde daher um etwa 140 Millionen Euro aufgestockt.

Wegen der schwachen Konjunktur legt das Unternehmen zudem mit „Fitstructure 2.0“ ein neues Programm zur Ergebnisverbesserung auf. Es umfasse mehr als 600 einzelne Maßnahmen und solle stufenweise bis zum Jahr 2023 wirksam werden. Der Vorstand erhoffe sich davon ein Sparpotenzial von mehr als 200 Millionen Euro im Jahr, erklärte die Firma.

Die Salzgitter AG verbuchte im zweiten Quartal 2019 ein Minus von 0,3 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch einen Gewinn von 70 Millionen Euro erwirtschaftet.

Von Jens Heitmann

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