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Niedersachsen Scania-Chef kontrolliert auch VWN in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Scania-Chef kontrolliert auch VWN in Hannover
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06:15 06.06.2012
Foto: Welche Folgen der Umbau bei Volkswagen für die Zukunft der Marke VWN und die Produktion in Stöcken hat, ist noch nicht abzusehen.
Welche Folgen der Umbau bei Volkswagen für die Zukunft der Marke VWN und die Produktion in Stöcken hat, ist noch nicht abzusehen. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Der am Wochenende offiziell verkündete Personalumbau an der Konzernspitze macht den bisherigen Chef des schwedischen Lastwagenbauers Scania, Leif Östling, zur Schlüsselfigur dieses Bereichs. Scania gehört seit dem Frühjahr mehrheitlich zu Volkswagen. Der Schwede übernimmt im Konzernvorstand das Nutzfahrzeugressort und ist damit nicht nur für die Lkw-Marken Scania und MAN zuständig, sondern überraschend auch für die hannoversche VWN.

Bisher hatte es immer geheißen, die leichten Transporter hätten wenig Gemeinsamkeiten mit den schweren Lkw und sollten enger mit der Pkw-Sparte zusammenarbeiten. Im Zuge der großen Personalrochade muss auch VWN-Chef Wolfgang Schreiber Hannover verlassen. Er übernimmt die Führung bei Bentley und Bugatti, weil deren bisheriger Chef Wolfgang Dürheimer zu Audi wechselt. An die Spitze des VWN-Markenvorstands rückt der bisherige Skoda-Entwicklungschef Eckhard Scholz.

Unter seiner Leitung wird offenbar  auch Hannover einen Beitrag dazu leisten müssen, die seit mehr als zehn Jahren angestrebte Lkw-Allianz bei VW mit Leben zu erfüllen. Als wichtiger Schritt gilt ein gemeinsamer Einkauf, aber auch in Entwicklung und Produktion wird seit Jahren nach Gemeinsamkeiten gesucht.

Welche Folgen dieser Umbau für die Zukunft der Marke VWN und die Produktion in Stöcken hat, ist noch nicht abzusehen. Die Arbeitnehmervertreter bei VWN sehen keinen Grund zur Sorge und bewerten die Personalien positiv: „Für uns bedeutet das eine Stärkung der Marke bei gleichzeitiger Nutzung von Synergieeffekten“, sagte Thomas Zwiebler, Vorsitzender des Betriebsrats, am Sonntag der HAZ. Dafür, dass die Eigenständigkeit von VWN erhalten bleibe, spreche die Bestellung eines kompletten Vorstands für die Stöckener ­Konzerntochter.

Tiefergehend sind die Veränderungen bei MAN. Georg Pachta-Reyhofen bleibt dort zwar Konzernchef, gibt die Führung der wichtigen Lkw-Sparte aber ab – an einen Östling-Vertrauten, den bisherigen Scania-Vorstand Anders Nielsen. Gleichzeitig schickt Volkswagen mit Ulf Berkenhagen (Einkauf) und Jochen Schumm (Personal) zwei neue Leute in den MAN-Vorstand.

Stefan Winter und Bernd Haase

02.06.2012
Lars Ruzic 01.06.2012
Stefan Winter 31.05.2012