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Niedersachsen Schäfer's in Lehrte soll neu ausgerichtet werden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schäfer's in Lehrte soll neu ausgerichtet werden
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11:00 06.05.2010
Von Lars Ruzic
Edeka sucht nach neuen Formen für das Backwarengeschäft. Quelle: Frank Wilde
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Eine der größten Bäckereiketten in Deutschland, Schäfer’s in Lehrte, steht vor einer strategischen Neuausrichtung. „Wir bereiten zurzeit Tests verschiedener Betreibungskonzepte vor“, sagte der Chef des Mutterkonzerns Edeka Minden-Hannover, Dirk Schlüter, am Mittwoch bei der Bilanzvorlage der größten Edeka-Regionalgesellschaft. Die vor allem in den Kassenzonen großer Supermärkte angesiedelten Filialen leiden zunehmend unter der Billigkonkurrenz frisch aufgebackter Tiefkühlteiglinge im selben Geschäft. „Die gesamte Branche ist dabei, hier neue Formen zu suchen.“

Schäfer’s mit seinen Schwestermarken Meffert, Der Leinebäcker und Thürmann kommt auf mehr als 900 Filialen und 6250 Mitarbeiter, mehr als 1500 davon allein am Hauptsitz in Lehrte. Doch das Geschäft ist ins Stocken geraten. Im vergangenen Jahr stagnierte der Umsatz nahezu bei 262 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2010 schrumpften die Erlöse sogar und lagen unter den Planzahlen. Neben der Billigkonkurrenz unter demselben Dach leiden die Bäckereien auch unter den langen Öffnungszeiten der Supermärkte, nach denen sie sich richten müssen. Spät abends sind jedoch die Bäckereiumsätze minimal.

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Derzeit gebe es mehrere Ansätze, um das Geschäft zu verbessern, sagte Geschäftsführer Mark Rosenkranz. Einerseits könnten die Filialen stärker zu Cafés ausgebaut werden und sich so stärker von den Selbstbedienungstresen im Supermarkt abgrenzen. Zum anderen erwäge man, beide Bereiche von einer Mannschaft bewirtschaften zu lassen.

Die Brot- und Backwarensparte ist derzeit eines von wenigen Sorgenkindern der Genossen zwischen niederländischer und polnischer Grenze. Insgesamt bleiben die Edekaner auf Wachstumskurs. Bis April lief in der Gruppe auf vergleichbarer Fläche ein Umsatzplus von 4 Prozent auf. Insgesamt plant die Edeka Minden-Hannover für das Gesamtjahr einen Zuwachs von 3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der Jahrsüberschuss soll in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. 2009 blieben unterm Strich 43 Millionen Euro übrig.

Noch in diesem Quartal startet das Unternehmen mit dem Neubau eines neuen Logistikzentrums an der Abfahrt Lauenau der Autobahn 2. Rund 100 Millionen Euro sollen verbaut werden. Die Summe ist Teil eines 380 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms, das sich die Regionalgesellschaft in diesem Jahr vorgenommen hat. Die Logistik wird an wenigen Großlagern konzentriert. Lauenau etwa soll auf 55 000 Quadratmetern die Artikel der kleineren Standorte Laatzen, Sarstedt, Wunstorf und Minden übernehmen. Den rund 700 Beschäftigten sollen künftig an dem neuen Standort arbeiten.

Geld fließt auch in neue Märkte. Insgesamt 44 Läden will die Gruppe in diesem Jahr eröffnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den klassischen Supermärkten Edeka Neukauf und den NP-Discountläden. Allein 25 Filialen sollen an selbstständige Unternehmer abgegeben werden. Die sogenannte Privatisierung bezeichnete Schlüter als „Mittelstandsförderung pur“. Zwischen 1999 und 2009 wurden 378 Märkte abgegeben – 201 davon an Existenzgründer. Die Edeka Minden hat mehr als 600 Genossen.

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