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Niedersachsen Schiffskredite bringen Nord/LB wieder Gewinne
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schiffskredite bringen Nord/LB wieder Gewinne
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21:12 28.05.2015
Von Albrecht Scheuermann
Erfreulichere Aussichten nach langer Schiffskrise: Mit Containerfrachtern kann man wieder bessere Geschäfte machen. Quelle: dpa
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Hannover

Nach jahrelangen Verlusten macht die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) im Geschäftsbereich Schiffsfinanzierung wieder Gewinn. Im ersten Quartal steuerte die Sparte 22 Millionen Euro zum Gesamtergebnis der größten Bank in Norddeutschland bei. Vor einem Jahr war hier in der gleichen Zeit noch ein Verlust von 72 Millionen Euro angefallen - und im Gesamtjahr schloss der Bereich sogar mit einem Minus von 420 Millionen Euro ab.

Entsprechend zufrieden äußerte sich nun der Nord/LB-Vorstandsvorsitzende Gunter Dunkel: „Zwar ist die Krise noch nicht in allen Segmenten vorbei, die Transformation unseres Schiffsportfolios und das aktive Remarketing zeigen aber Erfolge.“ Zuletzt hatte die Bank im Jahr 2012 mit der Schiffsfinanzierung einen Gewinn erzielt.

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Sie gehört weltweit zu den großen Schiffsfinanzierern und wurde durch die Krise auf den Schifffahrtsmärkten hart getroffen. Bereits vor einigen Wochen hat die Nord/LB aber berichtet, dass in einigen Marktsegmenten wieder gute Bedingungen herrschten - zum Beispiel bei Öltankern, Kreuzfahrtschiffen oder Ausrüsterschiffen für Offshore-Windkraftanlagen. Auch Containerschiffe werfen im Gegensatz zu Stückgutfrachtern wieder ordentliche Erträge ab. Die Bank mache auch wieder Neugeschäft in diesem Markt, hieß es. Derzeit besteht das Portfolio der Nord/LB aus rund 1550 Schiffen.

EU-Bankenabgabe drückt Gewinn

Auch insgesamt hat die Landesbank im ersten Quartal erheblich bessere Zahlen vorgelegt als vor einem Jahr. So kletterte der Gewinn vor Steuern um über 70 Prozent auf fast 230 Millionen Euro. Nach Steuern blieben davon 156 Millionen übrig gegenüber 92 Millionen Euro in den ersten drei Monaten 2014. Dunkel warnte aber davor, die Zahlen auf das Gesamtjahr hochzurechnen.

Zwei Faktoren drückten im ersten Quartal den Gewinn: Die neue EU-Bankenabgabe wird für das Gesamtjahr mit 70 Millionen Euro kalkuliert - dieser Aufwand wurde vollständig im ersten Quartal verbucht. Zudem kosteten die Probleme mit der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria 66 Millionen Euro. Schon im Vorquartal hatte die Bank deswegen 105 Millionen abschreiben müssen.

Hapag-Lloyd denkt an Kauf von Großschiffen

Kostenvorteile werden kleiner: Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd erwägt, ihre Flotte um die weltweit größten Schiffe zu ergänzen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, und es stünden noch Beratungen innerhalb der Reeder-Allianz G6 bevor, sagte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen. Im Falle einer positiven Entscheidung werde Hapag-Lloyd Containerfrachter mit einer Tragfähigkeit von rund 20 000 Standardcontainern (TEU) anschaffen, das sind gegenwärtig die größten erhältlichen Schiffe. Die bislang größten Hapag-Lloyd-Schiffe der „Hamburg Express“-Klasse können 13 200 Container tragen.

Er rechne damit, dass die Entwicklung immer größerer Schiffen sich verlangsame oder ganz zum Stillstand komme, sagte Habben Jansen. „Die Kostenvorteile größerer Schiffe waren am Anfang enorm und werden nun immer geringer.“ Die weltweit viertgrößte Containerreederei legte für das erste Quartal erstmals seit Langem wieder gute Zahlen vor.

Carola Böse-Fischer 28.05.2015
Albrecht Scheuermann 27.05.2015