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Niedersachsen Schiffskrise nagt am Gewinn der NordLB
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schiffskrise nagt am Gewinn der NordLB
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21:11 29.11.2012
 „Angesichts des schwierigen Marktumfelds können wir zufrieden sein“: Gunter Dunkel, Vorstandsvorsitzender der NordLB. Quelle: dpa
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Hannover

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) leidet unter der immer länger währenden Flaute auf den Weltschifffahrtsmärkten. Sie muss für ihr Schiffskreditgeschäft immer größere Risikopuffer bilden, was den Gewinn in den ersten neun Monaten stark geschmälert hat. Mit 141 Millionen Euro nach Steuern war er 46 Prozent geringer als vor einem Jahr. Bankchef Gunter Dunkel erwartet auch für das Gesamtjahr ein deutlich schwächeres Ergebnis als 2011. Die Bank werde aber schwarze Zahlen schreiben. 

Der Rückgang des Ergebnisses ist vor allem eine Folge der wachsenden Probleme mit Schiffskrediten. Die Bank gehört zu den größten Schiffsfinanzierern weltweit und ist daher von der schon mehrere Jahre währenden Krise auf diesen Märkten betroffen. Weil vor allem Containerschiffe wegen der niedrigen Frachtraten und der schwachen Nachfrage nicht genug Einnahmen erwirtschaften, leidet darunter häufig auch der Schuldendienst: Die Banken bekommen ihre Kreditraten nicht vereinbarungsgemäß überwiesen – und müssen daher Rückstellungen für das Risiko des Zahlungsausfalls bilden. 

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Die den Gewinn drückende Risikovorsorge für das Kreditgeschäft kletterte deshalb bei der Nord/LB in den ersten drei Quartalen auf 352 Millionen Euro, sie war damit mehr als dreimal so groß wie in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. 

An den Schifffahrtsmärkten sei nach wie vor kein Ende der Krise in Sicht, erklärte Dunkel. Dennoch ist ihm offenbar nicht bange: „Wir kennen die Zyklen und haben den langen Atem, die Krise zu bewältigen.“ Die Schiffsfinanzierung werde ein Kerngeschäftsfeld der Nord/LB bleiben, betonte der Bankchef. Dagegen hatte vor einigen Monaten die Commerzbank verkündet, dass sie sich aus diesem Markt ganz zurückzieht.

Bislang hatte die Nord/LB im Schiffskreditgeschäft trotz Krise noch Gewinn gemacht, aber nach Angaben eines Banksprechers ist dies vorbei: Nun schreibe hier auch die Nord/LB rote Zahlen. Insgesamt hat sie derzeit etwa 20 Milliarden Euro in Schiffe investiert. Damit steht dieses Segment hinter den gewerblichen Immobilienfinanzierungen (24 Milliarden Euro) auf dem zweiten Platz.

Ansonsten äußerte sich die Bank zufrieden. Alle anderen Geschäftsfelder hätten gut abgeschnitten, hieß es. Erwähnt werden insbesondere das Geschäft mit Firmenkunden, die Finanzierung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien und die gewerbliche Immobilienfinanzierung. Auch die für die Stabilität der Bank entscheidende sogenannte Kernkapitalquote ist gestiegen: Sie betrug Ende des Quartals 10,5 Prozent gegenüber 9,4 Prozent zum Jahresschluss 2011.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Jens Heitmann 27.11.2012
Jens Heitmann 06.06.2013