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Niedersachsen Schmähkampagnen auf Rechnung?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schmähkampagnen auf Rechnung?
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21:16 08.04.2015
Hannover

Wer am grauen Kapitalmarkt um Geld von Anlegern für Investitionen wirbt, unterliegt einer deutlich laxeren Aufsicht als Anbieter von staatlich regulierten Beteiligungsformen. Daher müssen diese Unternehmen um einen guten Ruf bemüht sein; ohne Vertrauen würden die Kunden das höhere Risiko nicht eingehen - schließlich haben viele von ihnen schon Schiffbruch erlitten. Und das nicht nur bei undurchsichtigen Schiffspapieren, sondern nicht zuletzt auch bei vermeintlich zukunftsträchtigen Anlagen im Bereich der Energiewende. Für eine zumindest oberflächlich saubere Weste ist manchen Firmen nun offenbar jedes Mittel recht. So betreibt der Online-„FinanznachrichtendienstGomopa mittlerweile selbst zweifelhafte Geschäfte am Grauen Kapitalmarkt. Nach Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) und des NDR lässt sich Gomopa dafür bezahlen, die Berichterstattung über solche Geldsammelunternehmen zu beeinflussen. Dabei wird mit Schmutzkampagnen und Drohungen gearbeitet, die sich im Internet unter diversen Adressen lawinenartig verbreiten und über Suchmaschinen wie Google den Lesern stets sofort ins Auge fallen.

Auch die HAZ steht im Visier des Internetportals, seit wir vor Monaten über die offenkundig wenig Erfolg versprechenden Anlageangebote des Göttinger Unternehmens EEV berichtet hatten. Daraufhin erschien bei Gomopa ein Artikel, der nahelegte, dass die HAZ eine „kriminelle Bande“ unterstützt, die der EEV schaden wolle. In der Folge wurde versucht, sowohl die HAZ als auch den an den Recherchen später beteiligten NDR im Netz systematisch zu diskreditieren. In einem Beitrag der PR-Maschine heißt es: „Herr Heitmann gibt gerne den guten Journalisten nach außen, kann man ja auch mit dem Namen HAZ im Hintergrund. Da steigt die eigene Glaubwürdigkeit natürlich schon wegen des Arbeitgebers. Insofern verwundert es dann manchmal nicht wirklich, was Herr Heitmann da so an Artikeln veröffentlicht.“

Der Presserat als Kontrollorgan hat die Arbeit der HAZ in Sachen EEV mittlerweile überprüft und alle Beschwerden abgewiesen. Aus den der „SZ“ vorliegenden Unterlagen geht nun hervor, dass Gomopa von der EEV für die Berichte bezahlt wurde. Weil sich die „Betreuung“ als „weitaus problematischer“ darstelle als angenommen, forderte Gomopa von der EEV sogar mehr Geld.

Der Ablauf der Kampagnen ist oft ähnlich: Demnach „berichtet“ zunächst Gomopa selbst negativ über bestimmte Firmen. Dann finde man sich zusammen und schließe einen Vertrag, wonach Gomopa die „strategische Beratung für sämtliche öffentlichkeitsrelevanten Fragen“ übernehme, heißt es. Kritische Berichte erschienen danach in der Regel nicht mehr, und auch die alten Artikel würden üblicherweise aus dem Internet entfernt. Für diese „Dienstleistung“ zahlten Anbieter bis zu 10.000 Euro im Monat. Gegenüber der „SZ“ sprachen Anbieter von „Erpressung“.

Der Kopf hinter Gomopa ist Klaus Maurischat. Seinen Angaben zufolge beschäftigt sich der Dienst nur mit der „strategischen Beratung für öffentlichkeitsrelevante Fragen und Aufgabenstellungen“. Der Erfolg dieser Strategie indes erscheint zweifelhaft: Mittlerweile haben sich immer mehr Medien kritisch mit der EEV auseinandergesetzt. „Die HAZ wird sich von dieser professionellen Desinformation nicht aus der Bahn werfen lassen“, sagt Chefredakteur Hendrik Brandt. „Wir setzen unsere Recherchen gerade auch hinsichtlich problematischer Firmen am grauen Kapitalmarkt unbeirrt fort.“

r.

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