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Niedersachsen Sedran wird neuer VW-Chefstratege
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Sedran wird neuer VW-Chefstratege
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19:38 26.10.2015
Der frühere Chef des Autoherstellers Opel, Thomas Sedran, wird neuer Chefstratege bei Volkswagen. Quelle: dpa
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Volkswagen holt im Kampf gegen die Folgen des Abgas-Skandals weitere Hilfe von außen ins Top-Management. Der frühere Opel-Interimschef Thomas Sedran wird neuer Chefstratege im Konzern, wie die Wolfsburger am Montag mitteilten. Sedran gilt als anerkannter Fachmann für Sanierungsfälle. Der 51-Jährige wird von November an als „Leiter Konzernstrategie“ eine neu geschaffene Position übernehmen, in der er direkt an VW-Konzernchef Matthias Müller berichtet.

Europas größter Autobauer treibt seinen Konzernumbau schon seit Monaten voran. Doch der Skandal um millionenfach manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen und der Rücktritt von Müller-Vorgänger Martin Winterkorn fordern noch mehr Tempo. Sedrans Berufung ist ein weiteres Puzzleteil dabei. Wie aus dem Konzern verlautet, soll er zum Beispiel die Abstimmung der neuen Markenfamilien koordinieren sowie neue Produkte und Dienstleistungen vorantreiben.

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Mitte Oktober hatte sich Volkswagen bereits mit einer anderen Personalie die Aufmerksamkeit der Branche gesichert: Daimlers Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt wechselt im Januar zu Volkswagen. Wie schon zuvor bei den Schwaben wird die ehemalige Bundesverfassungsrichterin das neu geschaffene Ressort „Integrität und Recht“ (Compliance) leiten.

Mit Sedran bindet der VW-Konzern nun eine weitere externe Top-Führungskraft an sich. Im Autogeschäft kennt sich Sedran bestens aus: Gut 20 Jahre arbeitete er als Berater für die Autoindustrie. Von Juli 2012 bis Ende Februar 2013 war er Interimschef beim kriselnden Autohersteller Opel und entwarf maßgeblich den Zehnjahresplan, mit dem das Unternehmen wieder Gewinne schreiben soll. Er drückte die Kosten, verkündete das Aus der Opel-Fertigung in Bochum und beschloss die Rückkehr des Herstellers ins Fußball-Sponsoring und in den Motorsport. Mit dem Amtsantritt des heutigen Opel-Chefs Karl-Thomas Neumann wechselte Sedran innerhalb der Opel-Mutter General Motors nach Zürich, wo er für Chevrolet und Cadillac in Europa verantwortlich war. In diesem Jahr trennten sich die Wege, und Sedran heuerte im Herbst bei der Beratung Accenture an – ein kurzes Gastspiel.

Bei Volkswagen warten große Aufgaben auf den 51-Jährigen. Der Konzern mit den zwölf Fahrzeugbauern unter seinem Dach soll dezentraler arbeiten und seinen Marken und Regionen mehr Macht einräumen, ohne dabei von einer gemeinsamen Arbeitsweise für die wichtigen Projekte abzurücken – dazu zählen etwa die verzahnte Forschung und Entwicklung von mehr gleichen Bauteilen oder die Forschung zur Elektromobilität.

Schon vor einiger Zeit hatte der Konzern eine grundlegende Neuausrichtung seiner Markenfamilien verkündet. Dabei bilden künftig VW-Pkw, Seat und Skoda eine Gruppe. Porsche arbeitet stärker mit Bentley und Bugatti zusammen, und Audis Gruppe mit Lamborghini und Ducati bleibt ebenso bestehen wie die junge Nutzfahrzeug-Holding für MAN und Scania. Die Änderungen stehen unter dem Druck des Abgas-Skandals und milliardenschwerer Folgen inzwischen vor neuen Erwartungen. So soll allein die Kernmarke um Golf und Passat eine Milliarde Euro mehr pro Jahr einsparen als im ursprünglichen Sparprogramm beschlossen.

dpa