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Niedersachsen Sennheiser stellt sich neu auf
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16:31 08.04.2010
Von Helmuth Klausing
Präzision und Sauberkeit: Im Reinraum setzen Mitarbeiter Mikrofonteile von Hand zusammen. Quelle: Handout
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Der Audiospezialist Sennheiser will nach herben Absatzeinbußen schneller und gezielter als bisher auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingehen. Das Familienunternehmen wird dafür in drei eigenverantwortliche Geschäftsbereiche aufgeteilt. Die Teilung orientiere sich an den verschiedenen Kunden, die Sennheiser anspricht, sagte Volker Bartels, Sprecher der Unternehmensleitung. So stellten etwa große Elektronikmärkte andere Anforderungen an Aussehen und Qualität von Kopfhörern und Mikrofonen als professionelle Musiker oder Studios.

Ganz so eilig hat es Sennheiser mit der Aufteilung aber nicht. Zunächst soll ein „Projektteam“ die künftige Unternehmensstruktur ausarbeiten. Dabei werde festgelegt, welche Produkte sich künftig in welchem der drei Geschäftsbereiche wiederfinden. Erst im kommenden Jahr werde die Aufteilung dann umgesetzt, sagte Bartels. Ob das auch Änderungen auf der Führungsebene nach sich zieht, stehe noch nicht fest.

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Die Sparte „Consumer Electronics“ ist derzeit der größte Umsatzbringer bei Sennheiser. Zu diesen Produkten für Endverbraucher zählen vor allem Kopfhörer in jeder Größe. Hinzu kommen sollen Entwicklungen etwa aus der Telekommunikation. Der zweite Bereich „Professional Systems“ umfasst in erster Linie das andere wichtige Standbein des Unternehmens, die bei Popmusikern geschätzten drahtlosen Mikrofone, zudem Studioausrüstungen. Im dritten Segment „Installed Sound“ will Sennheiser seine Angebote an fest eingebauten Tonübertragungssystemen beispielsweise für Konzertsäle, Musicaltheater, Tagungszentren, Kirchen und Opernhäuser bündeln.

„Durch derart fokussierte, kleinere Bereiche versprechen wir uns ein Höchstmaß an Flexibilität und schnelle Aktionsfähigkeit für den Markt“, erläuterte Bartels am Mittwoch. „Wir setzen die klare Kundenorientierung aus unserer Firmenstrategie um und gestalten erfolgreich unseren Weg in die Zukunft“, erklärte Jörg Sennheiser, Firmeninhaber und Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Unterdessen spürt Sennheiser eine Belebung des Geschäfts. Produkte für den Massenmarkt seien „ganz klar“ die Stütze in der Wirtschaftskrise gewesen, sagte Bartels. Im ersten Quartal sei der Absatz in Asien wieder angesprungen, auch Europa und die USA verzeichneten Zuwächse. Seit Januar wird bei Sennheiser auch nicht mehr kurzgearbeitet. Teile der Herstellung drahtloser Mikrofone seien aus dem US-Werk in die Wedemark verlegt worden. 20 Arbeitsplätze in Albuquerque in New Mexico wurden gestrichen, sagte Bartels.

Unterdessen ist der Werksneubau am Sennheiser-Stammsitz in Wennebostel in der Wedemark bezogen, das alte Gebäude in Burgdorf steht leer. Man sei aber noch damit beschäftigt, die Anlagen einzurichten und vor allem die Klimatechnik in der zweigeschossigen Werkshalle zu justieren, erläuterte Bartels. Die offizielle Eröffnung des Gebäudes sei für den Sommer geplant.

Lars Ruzic 08.04.2010
Jens Heitmann 02.04.2010