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Niedersachsen Siag Nordseewerke stehen vor dem Aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Siag Nordseewerke stehen vor dem Aus
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00:15 17.01.2013
Von Jens Heitmann
Aus für Siag? 750 Jobs sind akut bedroht, weil ein möglicher Investor kein Interesse mehr hat. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Der Stahlbauer DSD Steel aus Saarlouis habe das Finanzierungsangebot durch die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) abgelehnt, verlautete aus Kreisen der Landesregierung in Hannover. Damit stehen 750 Beschäftigte in Emden vor der Arbeitslosigkeit.

Die Nord/LB bestätigte Verhandlungen mit DSD Steel – zu den Ergebnissen wollte sich die Bank am Montag aber nicht näher äußern. Man habe dem Unternehmen ein „marktübliches Angebot“ gemacht“, sagt ein Sprecher lediglich. Gemeint ist damit ein Kredit, der eine Fortführung der insolventen Nordseewerke ermöglicht hätte. Für den Fall einer Einigung hatte die Landesregierung eine erneute Bürgschaft in Aussicht gestellt.

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Die Nordseewerke hatten Mitte Oktober 2012 Insolvenz angemeldet. Für die Umwandlung der Nordseewerke zu einem Zulieferer für die Windkraftindustrie hatte die Nord/LB Kredite von 70  Millionen Euro gewährt – für 50 Millionen Euro hatte das Land gebürgt. Die Produktion von Türmen und Fundamenten für Windkraftanlagen vor der Küste war in den Monaten davor nie richtig ins Laufen gekommen. Ende Januar geht den Nordseewerken das Geld aus.

Der Interessent DSD Steel hat keine Erfahrung mit der Errichtung von Windparks. Die Gesellschaft ist unter anderem beim Bau von Brücken und Containerkränen aktiv, eine zweite Sparte beschäftigt sich mit Instandhaltung und Reparaturen. Von den 750 Mitarbeitern in Emden wollte das Unternehmen nur 240 behalten. Hinter DSD Steel steht die belgische Pirson Gruppe, die in der Welt der Stahlbauer als knallharter Verhandler gilt.

Diesem Ruf scheint das Unternehmen auch in Hannover gerecht geworden zu sein. Dem Vernehmen nach soll DSD Steel für die Übernahme in Emden einen „negativen Kaufpreis“ verlangt haben. Auf gut Deutsch: Die Nord/LB als Hauptgläubigerin der Nordseewerke sollte noch Geld obendrauf legen. Darüber hinaus soll DSD Steel einen Kredit in Höhe von zehn bis 20 Millionen Euro gefordert haben. Dafür hätte die Landesregierung zum Großteil bürgen sollen.

Die Nord/LB sei dem potenziellen Investor weit entgegengekommen, hieß es in Hannover. „Die Bank steht weiterhin zu ihrer Finanzierungszusage“, sagte der Unternehmenssprecher. Offenbar haben die Verhandler aber kaum noch Hoffnung, dass die Verantwortlichen von DSD Steel darauf eingehen werden. Ein anderer Interessent für die Nordseewerke sei nicht in Sicht, hieß es.

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