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Niedersachsen Sieben Unternehmen werben gemeinsam für den Standort Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Sieben Unternehmen werben gemeinsam für den Standort Hannover
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22:27 07.04.2011
Von Helmuth Klausing
Die Mitglieder von „Zukunft Inc" am Donnerstag in Hannover. Quelle: Martin Steiner
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Sieben hannoversche Unternehmen werben gemeinsam um Nachwuchskräfte – und wollen sich für den Standort Hannover starkmachen. Die Initiative „Zukunft Inc.“, die sich am Donnerstag vorstellte, will gezielt Fachkräfte, aber auch Studenten und Schüler ansprechen und für Arbeitsplätze in den sieben Firmen interessieren.

Die Unternehmen verbindet dabei zweierlei: Sie alle sehen sich auf ihrem Gebiet als Marktführer oder sogar als Weltmarktführer an – und sie alle plagen Nachwuchssorgen. Allein der Hörgerätehersteller Martin Kind beispielsweise braucht in den nächsten drei bis fünf Jahren „mindestens 1000 neue Leute“, wie er am Donnerstag sagte. Zusammen mit den anderen Unternehmen dürften sicher mehrere tausend Stellen in den nächsten Jahren zu besetzen sein. Andreas Sennheiser vom gleichnamigen Kopfhörer- und Mikrofonproduzenten wies darauf hin, dass junge Mitarbeiter Ansprüche besonders an neue Arbeitsmodelle stellten. Das „Home Office“, also die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, sei da nur der Anfang. Als Mittelständler müsse man sich darauf einstellen.

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In der Initiative arbeitet auch der bekannte Kekskonzern Bahlsen mit – daneben aber auch Unternehmen, die außerhalb ihrer jeweiligen Branche kaum jemand kennt, obwohl sie einen internationalen Ruf genießen. Der Schleifmittelhersteller VSM, das Brandschutzunternehmen Wagner, der Gummispezialist Jäger und die chemischen Werke Hüttenes-Albertus (HA) sind solche Betriebe, die sich in der Initiative „Zukunft Inc.“ als attraktive Arbeitgeber bekannt machen wollen. „Auch einem Weltmarktführer kann es passieren, dass er nicht so wahrgenommen wird“, sagte HA-Geschäftsführer Carsten Kuhlgatz.

Ein Werbespot, der in Uni-Kinos gezeigt werden soll, und der Auftritt bei der Firmenkontaktmesse der Fachhochschule Hannover nächste Woche gehören zu den ersten Schritten der neuen Initiative. Der Internetauftritt „www.zukunft-inc.de“ wurde am Donnerstag freigeschaltet. Zudem wollen die Unternehmen auf ihren jeweiligen Branchenmessen auch für die anderen Mitglieder nach Fachkräften Ausschau halten. Weitere Marktführer seien als Mitglieder übrigens sehr willkommen, hieß es. Beim Lasermaschinenbauer LPKF in Garbsen wurde man am Donnerstag schon hellhörig.

„Zukunft Inc.“ tritt gegen eine wachsende Konkurrenz an. Bundesweit haben sich Initiativen gegründet, die dem Nachwuchsmangel in ihrer Region entgegenwirken wollen. In Ostdeutschland haben 70 Prozent der Firmen Probleme, freie Stellen zu besetzen. Dort reichen die regionalen Initiativen von der „Toolbox Personalarbeit“ über „Generation Energie“ bis hin zu „Motor Mentoring“.