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Niedersachsen Sinkende Preise bedrohen Erlöse der Landwirte
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Sinkende Preise bedrohen Erlöse der Landwirte
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16:37 20.11.2014
Wirtschaftserträge pro Hof 2013/2014: Ackerbaubetriebe mussten ein Minus um knapp 26 Prozent auf rund 88.600 Euro hinnehmen. (Stand 30. Juni 2014)
Wirtschaftserträge pro Hof 2013/2014: Ackerbaubetriebe mussten ein Minus um knapp 26 Prozent auf rund 88.600 Euro hinnehmen. (Stand 30. Juni 2014) Quelle: dpa
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Oldenburg

Nach einem Jahr mit guten Erträgen müssen sich die niedersächsischen Landwirte auf schwierigere Zeiten einstellen. Betroffen seien unter anderem Milchproduzenten sowie Schweine- und Geflügelzüchter, sagte der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, am Donnerstag in Oldenburg. Gründe seien Entwicklungen auf dem Weltmarkt und das russische Embargo. Die Zuwächse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres drohten verloren zu gehen.

Im Durchschnitt lagen die Wirtschaftserträge pro Hof 2013/2014 (30. Juni) bei fast 74.700 Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Ein deutliches Plus von fast 33 Prozent habe es im Futterbau (Milchviehbetriebe) auf durchschnittlich rund 80.000 Euro gegeben. Ackerbaubetriebe mussten dagegen ein Minus um knapp 26 Prozent auf rund 88.600 Euro hinnehmen. Bei Veredelungsbetrieben (Viehmäster) ging es um 6,7 Prozent auf knapp 63.000 Euro bergab. Verbundbetriebe, die mehrere Standbeine haben, erzielten mit fast 62.000 Euro ein um 2,6 Prozent niedrigeres Ergebnis.

Datengrundlage für die Wirtschaftszahlen ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer eine repräsentative Stichprobe von 950 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen. Von dem Unternehmensergebnis müssen die Bauern private Steuern, Versicherungen, Altersversorgung, Investitionen und den Lebensunterhalt abdecken.
„Die meisten Betriebe haben rentabel arbeiten können“, sagte der Vizepräsident der Kammer. Die Lage beim Eigenkapital habe sich im dritten Jahr in Folge verbessert, die Bereitschaft der Bauern zu Investitionen sei gewachsen.

Der Wegfall des Exports vor allen von Käse nach Russland trifft die Milchproduzenten nach Schwetjes Angaben hart. Im Wirtschaftsjahr 2013/2014 sei der Milchpreis noch um bis zu zehn Cent pro Kilogramm gestiegen. Jetzt habe der Handel die Preise für Milch und Butter wieder deutlich gesenkt. „Das geht auf jeden Fall wieder rückwärts“, sagte Schwetje. Dabei hätten viele Milchbauern gerade ihre Herden aufgestockt.

Auch die Erlöse der Schweinemäster würden vom Russland-Embargo beeinträchtigt. Nach Russland seien vor allem fette Fleischanteile und Schwarten exportiert worden, für die es in Deutschland keine Abnehmer gebe.

In Niedersachsen arbeiten etwa 40 000 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. Die Zahl sinkt durch Übernahmen oder Aufgabe von Höfen nach Angaben der Landwirtschaftskammer jedes Jahr um rund drei Prozent.

dpa

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