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Niedersachsen Mehr Menschen, mehr Jobs, mehr Arme
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10:18 20.12.2014
Von Heiko Randermann
Symbolfoto
Symbolfoto Quelle: dpa
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Hannover

Nach Jahren mit schrumpfenden Einwohnerzahlen wächst Niedersachsens Bevölkerung bereits das zweite Jahr in Folge. 2013 lebten knapp 7,8 Millionen Menschen zwischen Harz und Nordsee – 0,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus den jüngsten Daten des Statistischen Landesamtes hervor. Auch die Zahl der Erwerbstätigen und insbesondere der sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg an. Doch von der positiven Entwicklung profitieren nicht alle: Der Anteil der von Armut gefährdeten Menschen wuchs ebenfalls und liegt mit 15,8 Prozent leicht über der bundesweiten Quote von 15,5 Prozent.

Das Bevölkerungswachstum ist vor allem auf eine gestiegene Zuwanderung zurückzuführen, wie Eckart Methner, Präsident des Statistischen Landesamtes, am Freitag in Hannover erläuterte. Von den 36.000 Zugezogenen stammten 1500 aus anderen Bundesländern und 34 500 aus dem Ausland. Die größte Gruppe der Neubürger waren 8000 Polen, gefolgt von 3000 Russen und 2400 Syrern.  Darüber hinaus haben junge Menschen in Niedersachsen wieder mehr Lust aufs Kinderkriegen: Im vergangenen Jahr wurden 62.900 Mädchen und Jungen geboren – 1401 mehr als 2012. Das Plus von 2,3 Prozent liegt über der bundesweiten Entwicklung, die plus 1,3 Prozent beträgt. 90.590 Menschen starben in Niedersachsen im vergangenen Jahr.

Dämpfer für die Wirtschaft

Die Wirtschaft hat zwar 2013 einen Dämpfer erfahren (0,0 Prozent Wachstum im Vergleich zu bundesweit 0,4 Prozent). „Das hat sich jedoch nicht negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt“, sagte Methner. Im Gegenteil: 3,8 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr in Niedersachsen erwerbstätig, so viele wie noch nie. „Und das sind keineswegs prekäre Jobs“, sagt Methner.

Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze machen zwei Drittel des Wachstums aus.  Doch zugleich sind rund 1,2 Millionen Menschen im Land von Armut gefährdet – mehr als in den Jahren zuvor. Die Armutsgefährdungsquote benennt den Anteil der Menschen, denen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettos zur Verfügung steht. Diese Grenze lag in Niedersachsen 2013 bei 887 Euro monatlich. Als Grund für diese Entwicklung nennt das Landesamt die ungleiche Verteilung der Lohnzuwächse. Höhere Einkommensgruppen profitieren stärker von Tarifzuschlägen. Das größte Armutsrisiko haben Erwerbslose, Alleinerziehende, Migranten und ältere Menschen.

Lars Ruzic 19.12.2014
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