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Niedersachsen Nord/LB-Abschreibungen belasten Bilanz
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Nord/LB-Abschreibungen belasten Bilanz
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00:24 25.02.2019
Ein Passant geht an einer Filiale der Sparkasse in Hannover vorbei. Quelle: dpa
Hannover

Der Niedergang der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) trifft die Sparkasse Hannover schwer. Vor allem wegen einer Wertberichtigung auf die Beteiligung an der Bank ist das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr um 8 Prozent auf rund 111 Millionen Euro gesunken. „Die Nord/LB führt dazu, dass von unserem schönen Ergebnis nicht allzu viel übrig bleibt“, sagte Vorstandschef Heinrich Jagau am Freitag. Der Bilanzgewinn blieb mit 20 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Der Sparkassenverband Niedersachsen hält aktuell einen Anteil von 26,4 Prozent an der Nord/LB – der Buchwert dieser Beteiligung soll in der Spitze bei 1,1 Milliarden Euro gelegen haben. Weil die Landesbank aufgrund ihrer faulen Schiffskredite in eine Existenzkrise gerutscht ist, mussten die Sparkassen ihre Beteiligung inzwischen komplett abschreiben. Die Sparkasse Hannover habe mit diesem Prozess bereits 2012 begonnen, sagte Jagau lediglich. Genaue Zahlen wollte er nicht nennen.

Da sich der Anteil der einzelnen Sparkassen an ihrer Bilanzsumme orientiert, lässt sich der Wert jedoch abschätzen: Dem Vernehmen nach standen die Nord/LB-Anteile bei der Sparkasse Hannover einmal mit einem Wert von 150 Millionen Euro in den Büchern – im vergangenen Jahr seien noch einmal an die 50 Millionen Euro abgeschrieben worden, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Mehr Geld für Nord/LB

Damit sind die Belastungen noch nicht zu Ende: Da sich der niedersächsische Sparkassenverband mit 300 Millionen Euro an der nötigen Kapitalzufuhr zur Rettung der Nord/LB beteiligen will, müssen die einzelnen Institute erneut ihre Taschen öffnen. Auf die Sparkasse Hannover kämen damit in diesem Jahr Zahlungen von etwa 45 Millionen Euro zu, hieß es. Nach den Plänen der Nord/LB-Träger soll die Landesbank im Gegenzug deutlich schrumpfen – zum Ausmaß wollte sich Jagau nicht äußern: „Wir möchten eine Stabilisierung der Nord/LB.“

Mit ihrem operativen Geschäft ist die Sparkasse Hannover hingegen zufrieden. Seit dem Jahr 2016, als der Vorstand die Schließung von 30 Filialen und den Abbau von 200 Stellen ankündigte, stehe das Institut wieder stabil da, sagte Jagau. So sei man etwa in der Lage, das komplette Kreditgeschäft aus den Einlagen der Kunden zu refinanzieren. Der Bestand an Kundeneinlagen erhöhte sich zuletzt trotz Mini-Zinsen um 4,3 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro.

Obwohl sich der Anstieg der Immobilienpreise fortsetzt, ist die Kreditnachfrage nicht gesunken. Das Neugeschäft sei im vergangenen Jahr um 928 Millionen Euro gestiegen, sagte das für Privatkunden zuständige Vorstandsmitglied Jens Bratherig: „Dabei ist der Markt schon sehr sehr eng.“ Bei den Firmenkunden führte die gute Konjunktur zu einem Anstieg des Kreditgeschäfts um rund 5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Neben der Beteiligung an der Nord/LB leidet die Sparkasse unter dem Negativzins von der Europäischen Zentralbank. „Ein Satz von minus 0,4 Prozent tut richtig weh“, sagte Jagau. So sank der Zinsüberschuss – und damit die bedeutendste Ertragsquelle – um 2,6 Prozent auf 223 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss fiel um 3 Prozent auf 98 Millionen Euro. Die Region Hannover soll dennoch eine Ausschüttung auf Vorjahreshöhe von 2,8 Millionen Euro erhalten.

Von Jens Heitmann

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