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Niedersachsen Stahlhersteller Salzgitter wieder mit schwarzen Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Stahlhersteller Salzgitter wieder mit schwarzen Zahlen
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14:49 12.08.2010
Quelle: dpa
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Der operative Vorsteuergewinn von 18,6 Millionen Euro (Vorjahr minus 96,9 Mio.) reichte dem Stahlhersteller Salzgitter noch nicht für ein positives Halbjahresergebnis. Nach den ersten sechs Monaten stand unter dem Strich in der am Donnerstag in Salzgitter veröffentlichten Bilanz noch ein Verlust von 3,5 Millionen. Im Vergleichszeitraum 2009 waren es minus 165 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr hält die Salzgitter-Führung jetzt einen Vorsteuergewinn für möglich - bisher war sie von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen. Der Ausblick sei aber unsicher. „Die kurzfristigen Preisschwankungen der Rohstoffe minimieren weiterhin jegliche Planungssicherheit“, teilte Salzgitter mit.

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Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,1 Milliarden Euro, blieb in den ersten sechs Monaten mit gut vier Milliarden aber noch knapp unter dem Vorjahreswert. Im vergangenen Jahr war der Konzern wegen der Wirtschaftskrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Krisenjahr 2009 hatte Salzgitter unterm Strich einen Verlust von 387 Millionen Euro verzeichnet. Die Stahlbranche ist stark abhängig vom Auto-, Maschinen- und Anlagenbau sowie von der Bauindustrie.

Der Auftragseingang und die Auslastung der Werke, die 2009 dramatisch eingebrochen waren, seien jetzt wieder auf einem relativ guten Niveau, berichtete Salzgitter weiter. Das Bild sei aber uneinheitlich, wegen der großen Schwankungen bei den Material- und Rohstoffkosten werde überwiegend kurzfristig und vorsichtig disponiert. Salzgitter sei es jedoch gelungen, in neuen Verträge mit den Kunden einen Großteil der Preiserhöhungen für die Rohstoffe weiterzugeben, sagte ein Unternehmenssprecher der dpa-AFX.

Die großen Bergbaukonzerne hatten Anfang April Preiserhöhungen von 90 Prozent bei Eisenerz und 70 Prozent bei Kokskohle erreicht. Zugleich setzten sie ein Ende des bisherigen Systems langfristiger Verträge durch. Preise für Eisenerz und Kokskohle werden nun nur noch quartalsweise und nicht mehr für ein ganzes Jahr festgelegt. Das führt für die Stahlunternehmen zu mehr Unsicherheiten.

Bei der Stahlnachfrage sei für das Gesamtjahr kaum damit zu rechnen, das das zweite Halbjahr Verluste aus den ersten sechs Monaten ausgleichen werde - sie waren etwa durch Schwankungen im Bausektor verursacht. Einen höheren zweistelligen Millionengewinn erwartet der Konzern dagegen im Handelsgeschäft.

Deutlich schwächer läuft die Röhrensparte, für die nur ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet wird. Ursache sei die Verteuerung der Einsatzmaterialien bei gebuchten Großprojekten. Dazu zählt vor allem der prestigeträchtige Folgeauftrag für den zweiten Strang der Ostseepipeline. Wegen der gestiegenen Rohstoffpreise rechnet Salzgitter nun mit einem Verlustgeschäft. Im ersten Halbjahr bildete Salzgitter für drohende Verluste 13,2 Millionen Euro Rückstellungen.

dpa

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