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Niedersachsen Niedersachsens Wirtschaft wächst
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07:16 16.01.2015
Von Lars Ruzic
Foto: Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG begutachtet im Stahlwerk in Salzgitter ein Coil.
Foto: Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG begutachtet im Stahlwerk in Salzgitter ein Coil. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Das wiederum ließ die Steuereinnahmen sprudeln, sodass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ohne neue Schulden auskommen konnte. Zählt man Länder, Gemeinden und Sozialkassen dazu, hat der deutsche Staat im vergangenen Jahr einen Überschuss von fast 12 Milliarden Euro erwirtschaftet. Vor allem im ersten Halbjahr war die Wirtschaft noch kräftig gewachsen, bevor die Stimmung abflaute.

 Die niedersächsische Wirtschaft hat sich 2014 zugleich aus einer mehrmonatigen Wachstumsdelle herausgekämpft. Für  2015 aber fehlt es noch an guten Nachrichten. „Große Wachstumsimpulse können wir nicht erkennen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Horst Schrage, gestern bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage unter 1800 Unternehmen des Landes. Die Ergebnisse ließen für das Gesamtjahr ein Wachstum von einem Prozent vermuten, so Schrage. Das Plus wäre damit spürbar kleiner als im vergangenen Jahr.

Der Staat solle seine verbesserte Finanzlage nutzen, um für nachhaltige Wachstumsimpulse zu sorgen, forderte der Direktor des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW), Stephan Thomsen. Er plädierte etwa für Steuersenkungen oder verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten. Damit ließe sich auch die Investitionszurückhaltung in den Betrieben bekämpfen. Sie ist seit Monaten das entscheidende Wachstumshemmnis. Das Eigenkapital der Firmen steige immer weiter, Geld fließe höchstens in den Ersatz oder die Optimierung der Anlagen, nicht aber in Kapazitäts­erweiterungen, berichtete Schrage.

Insgesamt stieg der IHK-Konjunkturindex für Niedersachsen um fünf auf 114 Punkte. Dahinter stehe eher ein Nachholeffekt, umschrieb es der Hauptgeschäftsführer. „Wir können jetzt nicht in Euphorie verfallen.“ Gut liefen die Geschäfte vor allem im Baubereich und in Teilen der Industrie, etwa beim Automobilbau. Schwieriger sei die Situation im Maschinenbau oder bei metallbearbeitenden Betrieben. Immerhin überwiege in Niedersachsen inzwischen wieder die Zahl der Unternehmen, die eine bessere Geschäftslage erwarten. Im Vorquartal waren die Pessimisten noch in der Überzahl.

Dazu dürften vor allem die Talfahrt des Ölpreises und die Verbilligung des Euro gegenüber dem Dollar beigetragen haben. „Das wirkt wie ein kleines Konjunkturpaket“, sagte NIW-Direktor Thomsen. In der IHK-Umfrage zeigte sich angesichts gesunkener Spritpreise das Verkehrsgewerbe bester Stimmung, vom schwachen Euro profitiert die Exportwirtschaft. Thomsen ist bei seiner Prognose denn auch etwas optimistischer als die Kammer. Er rechnet – wie unlängst schon die Nord/LB – mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Das setze allerdings voraus, dass die Politik die Wirtschaft nicht weiter mit bürokratischen Regelungen ausbremse. Als Beispiel nannten Thomsen und Schrage den Mindestlohn von 8,50 Euro. Die damit einhergehenden Dokumentations- und Nachweispflichten seien völlig unangemessen. Sie schränkten die  Flexibilität der Betriebe beim Personaleinsatz ein.

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